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Photographie: Bilder bis 1860


[1860] 70 80 90 1900 20 40 2000

 


1780: Silhouette von Lessing

Gotthold [Ephraim] LESSING [1729-1781]. Silhouette aus schwarzem Papier auf hellem, handgeschöpftem Papier 11,6 x 8,3 cm, o.J. [ca. 1780]. Neuerer dünner Karton aufgedoppelt. – Beschriftung der Zeit mit Tinte auf Vorderseite: «Gotthold Lessing».

Vor der Erfindung der Photographie liess sich der Porträtbedarf des 18. Jahrhunderts auf einfache Weise dadurch decken, dass man aus schwarzem Papier Profile schnitt. Diese Schattenrisse wurden nach dem Finanzminister Ludwigs XV., Etienne de Silhouette, «Silhouetten» genannt.

Ref.: Pollak, Die Welt der Photographie, S. 21.

Photobibliothek.ch 10053


1791: Der Erfinder der Silhouettiermaschine porträtiert vom Erfinder des Physionotrace

[Johann Caspar Lavater.] Physionotrace, Bild-Durchmesser 5,2 cm, Blattgrösse 7 x 7 cm, o.J. [ca. 1791]. Dunkler Holzrahmen d. Zt. 10 x 10 cm. / Gr[avé] p[ar Gilles Louis] CHRÉTIEN inv[enteur] du physionotrace Cloître S[aint] Honoré à Paris.

Das einmalige Physionotrace-Porträt des Erfinders der Silhouettiermaschine Johann Caspar Lavater (1741-1801) wurde vom Erfinder des Physionotrace Gilles Louis Chrétien (1754-1811) aufgenommen. Das vorliegende Physionotrace ist nicht in der Lavater-Literatur nachgewiesen. An der Lavater-Ausstellung 2001 in Zürich war hingegen ein Physionotrace des etwa zwanzigjährigen Sohnes Heinrich Lavater (1768-1819) ausgestellt, welches jedoch nicht als Physionotrace erkannt wurde (Katalog-Nr. 459, als «Radierung laviert» beschrieben). - Ein Physionotrace mit der gleichen Adresse datiert Vivarez auf 1791.

Ref.: Johann Caspar Lavater, Kunsthaus Zürich 2001, S. 213, Nr. 459. Vivarez, Le Physionotrace, 1906, S. 9. Friess, Kunst und Maschine, 1993, S. 133-141.

Photobibliothek.ch 3310

Virtuelle Ausstellung «Physionotrace»


1806: Physionotrace von Quenedey

o.T. [Porträt eines unbekannten Mannes]. Physionotrace, Bild-Durchmesser 6,0 cm, Plattengrösse 7 x 8 cm, o.J. [ca. 1807]. Schwarzer Holzrahmen d. Zt. 14,5 x 14 cm. / Dess. au Physionotrace et Gravé par [Edme] QUENEDEY rue neuve-des-petits-champs n° 15 à Paris.

Edme Quenedey war Mitarbeiter des Physionotrace-Erfinders Gilles Louis Chrétien, bis er sich 1789 selbständig machte. Physionotrace mit der gleichen Adresse sind mit 1806...1809 datiert. Quenedey starb 1830.

Ref.: Vivarez, Le Physionotrace, 1906, S. 34. Friess, Kunst und Maschine, 1993, S. 133-141.

Photobibliothek.ch 3279

Virtuelle Ausstellung «Physionotrace»


1829: Daguerre's Diorama in London

East Side of Park Square, and DIORAMA, Regent's Park. Stahlstich, koloriert, Blattgrösse 13,8 x 18,7 cm. / Drawn by Tho[mas] H[osmer] Shepherd. Engraved by W. Watkins. Published June 6, 1829, by Jones & Co. Temples of the Muses, Finsbury Square, London.

Nachdem das Pariser Diorama ein grosser Erfolg war (Eröffnung am 11. Juli 1822), konnten Daguerre und Bouton bereits nach kurzer Zeit ein weiteres Diorama im Regent's Park in London eröffnen (am 10. Februar 1824). Da nun die gleichen Dioramabilder in zwei Häusern gezeigt werden konnten, war ein wirtschaftlicherer Betrieb möglich. Das Pariser Diorama brannte am 8. März 1839 ab, dasjenige in London bestand noch bis 1851. - Die einzige Abbildung von Daguerre's Diorama in London ist der vorliegende Stahlstich nach einem Gemälde von Thomas Hosmer Shepherd.

Ref.: Gernsheim, L. J. M. Daguerre, 2. Aufl. 1968, Abb. 17.

Photobibliothek.ch 12314


1840: Berühmtes Galeriewerk

Gerard Dow von ihm selbst gemalt - Original von derselben Grösse - Königl[iche] Gemäldegalerie in Dresden. Kolorierte Lithographie auf aufgewalztem China, Bildgrösse 43,5 x 34,5 cm, Blattgrösse 52,5 x 40,0 cm, o.J. [ca. 1840]. / Franz HANFSTAENGL. – «N[ach] d[em] Original a[uf] St[ein] gez[eichnet] v[on] Fr[anz] Hanfstaengl», Prägestempel «Königliche Gemäldegalerie Dresden».

Das berühmte Dresdener Galeriewerk erschien in 60 Heften zwischen 1835 und 1852. Von den insgesamt 195 Lithographien wurden 134 von Franz Hanfstaengl selbst ausgeführt. Die vorliegende Lithographie erschien als Blatt Nr. 80 in Heft 27. - Ab 1852 wendete sich Franz Hanfstaengl der Photographie zu.

Ref.: Gebhard, Franz Hanfstaengl, S. 64 (Abb.) u. S. 255 (Werkverzeichnis).

Photobibliothek 11344


1841: Erste Drucke ab Daguerreotypie-Platten

Portrait d'un jeune homme. Heliogravüre nach einer Daguerreotypie-Platte, Plattengrösse 10,6 x 8,0 cm, Blattgrösse 17,9 x 14,0 cm, um 1841. / Hippolyte FIZEAU. – Spiegelverkehrter Schriftzug am oberen Plattenrand: "Lerebours".

Hippolyte Fizeau (1819-1896) führte um 1841 erste Versuche mit dem Druck von Photos ab  Daguerreotypie-Platten durch. Nur wenige dieser Druckproben blieben erhalten: «Portrait d'un jeune homme» (vorliegend), «Jeune homme en blouse de travail», «Portrai de deux enfants» in der Sammlung André Jammes und «Portrait de J. Hurlimann» im Musée des Arts et Métiers in Paris (Inv.-No. 13060-1). Alle Druckproben wurden durch den Graveur J. Hurlimann (Lebensdaten unbekannt) von Lerebours-Platten abgezogen, weshalb auf allen der spiegelverkehrte Schriftzug «Lerebours» erscheint. Praktische Anwendung fand dann das Druckverfahren, welches Fizeau «Héliogravure» nannte, erstmals 1843 in den «Excursions Daguerriennes», die von Noël-Marie Paymal Lerebours (1807-1873) herausgegeben wurden.

Ref.: Jammes, Von Niépce bis Stieglitz, 1983, Nr. 6, S. 23 (Abb. auf S. 29). Sotheby's 2002, S. 51, Los 44 (Abb.). – Provenienz: Pierre Lambert - Sammlung Marie-Therèse und André Jammes (Sotheby's 2002) - Serge Plantureux, Paris, 2003.

Photobibliothek.ch 12047

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Excursions Daguerriennes. Vues et monuments les plus remarquables du globe. Band 1 und 2. / [Noël-Marie Paymal LEREBOURS.] – Paris: Lerebours, Rittner et Goupil, Bossange 1842 [und 1843]. – 4°quer. [4] Bl. Titel, Subskriptionen, Inhalt, [48] Bl. Tafeln; [3] Bl. Titel, Tafeln, [52] Bl. Tafeln, [2] S. «Table systématique». Halbleder mit Blind- und Golgprägung, Goldschnitt.

Kurz nach Bekanntgabe der Photographie liess Noël-Marie Paymal Lerebours (1807-1873) Sehenswürdigkeiten in der ganzen Welt daguerreotypieren. Von den Daguerreotypien wurden dann ausserordentlich genaue und detaillreiche Aquatintas hergestellt. In der vorliegenden zweibändigen Ausgabe sind 110 (der insgesamt 111 erschienenen) Tafeln eingebunden. Darunter die beiden berühmten nach dem Fizeau-Prozess hergestellten Tafeln 2.19 «Hôtel-de-ville de Paris» und 2.24 «Un bas-relief de Notre-Dame».

Photobibliothek.ch 11611

Hôtel-de-ville de Paris

Un bas-relief de Notre-Dame


1841: Richard Beard, der erste Daguerreotypist in Grossbritannien

o.T. [Porträt eine jungen Mannes]. Daguerreotypie, Neuntelplatte 7,2 x 5,4 cm, o.J. [ca. 1841-1844]. / [Richard] BEARD. – Vorderseite (Blindprägung): "Beard Patentee". Rückseite (Blindprägung): "T. Wharton / No. 791 / 24 August 1841", darunter das Wappen des britischen Königshauses.

Der französische Staat vermachte die Daguerreotypie bekanntlich "der ganzen Welt". Trotzdem liess Daguerre das Verfahren in Grossbritannien patentieren und verkaufte die alleinige Lizenz an den Industriellen Richard Beard (1801-1885). Dieser eröffnete am 23. März 1841 auf dem Dach der Royal Polytechnic Institution das erste Photoatelier Grossbritanniens. Thomas Wharton erfand etwa zur gleichen Zeit ein passendes Etui zum Schutz und zur Präsentation von Daguerreotypien. Für dieses Etui erhielt er das Zertifikat No. 791 der Design Registration, gültig für drei Jahre ab dem 24. August 1841. Während dieser Zeit liess Beard die Daguerreotypie-Etuis bei Wharton herstellen, auf der Vorderseite mit der Inschrift «Beard Patentee» (= Beard Patentinhaber) und auf der Rückseite das Wappen des britischen Königshauses (wegen seines Geschäftssitzes in der Royal Polytechnic Institution). Der Rest der Blindprägung verweist auf das Zertifikat Whartons der Design Registration. Durch das Etui kann die Daguerreotypie auf die Jahre 1841-1844 datiert werden.

Ref.: Gernsheim, Geschichte der Photographie, S. 123-148 (Abb. Fig 27b). R. Derek Wood, Daguerreopype Case Backs, in: History of Photography, Juli 1980, S. 251/252. – Provenienz: Sakellaridis 27.12.05.

Photobibliothek.ch 12426

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Richard Beard's Photoatelier

Lines, written on seeing a daguerreotype portrait of a lady. By Miss Elizabeth Sheridan Carey. Our engraving represents the photographic process at Mr. [Richard] BEARD's establishment, Parliament-street, Westminster. Kolorierter Holzstich (6,9 x 7,3 cm) mit Gedicht (Gesamtgrösse: 30 x 10 cm), aus: The Illustrated London News, 19. August 1843.

Holzstich nach der ersten bekannten Daguerreotypie «Jabez Hogg and Mr Johnson»,  welche den Akt des Photographierens zeigt. Die Datierung der Daguerreotypie erfolgte aufgrund dieses Holzstichs. (Bennett, How to buy photographs, Oxford, 1987, S. 132)

Photobibliothek.ch 220


1846: Talbotypien aus «The Pencil of Nature»

Die Kunstzeitschrift «The Art Union» stellte 1846 ihren Lesern das Verfahren von Talbot in Form von eingeklebten Talbotypien vor. Dabei wurden vereinzelt auch Talbotypien aus «The Pencil of Nature» verwendet. Zwei davon – «Bust of Patroklus» und «Articles of China» – befinden sich in der Sammlung.

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The ART UNION. Monthly Journal of the Fine Arts and the Arts, Decorative, Ornamental. – Volume the eight, January - December 1846. – London: Palmer and Clayton 1846. – 4°. [4],338 S mit zahlreichen Holzstichen, [16] Bl. Tafeln, 1 Bl. mit mont. Talbotypie. Hldr. mit Goldschnitt.

S. 143/144: The Talbotype - Sun-Pictures, mit Talbotypie. S. 195: The Application of the Talbotype. Die vorliegende Talbotypie ist identisch mit Tafel XVII «Bust of Patroklus» aus «The Pencil of Nature»; sie ist im Negativ «9. Aug. 1843» datiert. Weitere Beiträge über Photographie: S. 14 u. 162: Process of Engraving by the Anaglyptograph,  mit 2 Tafeln. S. 18: Daguerreotype Casts. S. 91: Photography [über Claudet]. S. 139: Photography [über Beard]. S. 216: Daguerreotype Portraits.

Ref.: First Photographs, W. H. F. Talbot and the Birth of Photography, 2002, Abbildung auf dem Schutzumschlag und auf S. 79.

Photobibliothek.ch 10855

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The ART UNION. Monthly Journal of the Fine Arts and the Arts, Decorative, Ornamental. – Volume the eight, January - December 1846 – London: Palmer and Clayton 1846. – 4°. [4],338 S mit zahlreichen Holzstichen, [16] Bl. Tafeln, 1 Bl. mit mont. Talbotypie. Hldr.

S. 143/144: The Talbotype - Sun-Pictures, mit Talbotypie. S. 195: The Application of the Talbotype. Die vorliegende Talbotypie ist eine Variante «Articles of China» aus «The Pencil of Nature». Weitere Beiträge über Photographie: S. 14 u. 162: Process of Engraving by the Anaglyptograph,  mit 2 Tafeln. S. 18: Daguerreotype Casts. S. 91: Photography [über Claudet]. S. 139: Photography [über Beard]. S. 216: Daguerreotype Portraits.

Ref.: First Photographs, W. H. F. Talbot and the Birth of Photography, 2002, S. 41 (exakt diese Variante).

Photobibliothek.ch 10856


1847: Daumier's bekannte Karikatur über die Photographie

Les bons bourgeois N° 49. Position réputé la plus commode pour avoir un joli portrait au Daguerréotype. Kreidelithographie 36 x 24 cm aus: Le Charivari, o.J. [1847]. / Honoré DAUMIER.

Nachweislich die bequemste Stellung zur Herstellung einer hübschen Daguerreotypie.

Ref.: Abgebildet in: Gernsheim, Die Fotografie, 1965, S. 71. Scheid, Als Photographieren noch ein Abenteuer war, 2. Aufl. 1978, S. 74. Krauss, Die Fotografie in der Karikatur, 1978, S. 23.

Photobibliothek.ch 1167

Virtuelle Ausstellung «Die Photographie in der Karikatur»


1848: Frühe Dokumentation einer Restaurierung

Pezzo della porta che dal chiostro malte alla Chiesa Certosa di Pavia. Salzpapier-Print von einem Papiernegativ («Kalotypie» oder «Talbotypie») 12,5 x 20,0 cm, o.J. [ca. 1848]. / Luigi SACCHI [zugeschrieben]. – Auf einem Stück des ehemaligen Passepartout (mit schwarzer Tinte): "Pezzo della porta che dal chiostro malte alla Chiesa Certosa di Pavia" und (mit Bleistift): "Hermann".

Um 1848 photographierte der Mailänder Photograph Luigi Sacchi (1805-1861) die Certosa die Pavia und deren Skulpturenschmuck, der sich zu dieser Zeit zur Restaurierung im Atelier des Bildhauers P. Pierotti befand. Ein Konvolut mit Aufnahmen dieser Restauration befindet sich heute in der Albertina in Wien und gilt dort als ältestes Beispiel einer Dokumentation historischer Architektur in der von Josph Maria Eder begründeten Photosammlung der Albertina.

Ref.: Albertina, Das Auge und der Apparat, 2003, S. 54, 56 u. 271 (Abb. Variante).

Photobibliothek.ch 3879


1850: Gut erhaltene britische Daguerreotypie

o.T. [MANN MIT SCHNUPFTABAKDOSE]. Daguerreotypie, Sechstelplatte, ganzer Kasten, o.O. [Grossbritannien], o.J. [um 1850].

Ausserordentlich gut erhaltene Daguerreotypie in einwandfreiem Kasten mit Blind- und Goldprägung.

Photobibliothek.ch 3858


1850: Schweizer Kinder-Daguerreotypie

o.T. [ZWEI MÄDCHEN]. Daguerreotypie, Sechstelplatte, in Rahmen 13 x 10 cm, o.O. [Schweiz], o.J. [um 1850].

Über die wunderschöne Kinder-Daguerreotypie ist nicht viel bekannt. Aufgrund der Herkunft des Bildes, des Daguerreotypie-Verfahrens und der Machart des Rahmens ist anzunehmen, dass es sich um zwei Schweizer Mädchen handelt, die um 1850 von einem unbekannten Photographen photographiert wurden. Ein Mädchen hält sein jüngeres Schwesterchen auf einem Holzstuhl fest, damit es sich nicht bewegen soll. Trotzdem wurde das kleine Mädchen etwas verwischt abgebildet. Aber gerade durch diese ungewollte Bewegung ist über dem Kopf des kleinen Mädchens eine Flügelschraube der Kopfstütze sichtbar geworden, mit der es (unsichtbar) hätte festgehalten werden sollen. Auch hinter dem älteren Mädchen ist wohl eine Kopfstütze versteckt, denn die Belichtungszeit betrug damals 5 bis 20 Sekunden. Durch dieses «Missgeschick» wurde ungewollt dokumentiert, welch aufwendiges Unterfangen die Photographie ungeduldiger Kinder damals war!

Provenienz: Flohmarkt Bürkliplatz (Haushaltauflösung, nicht als Daguerreotypie erkannt).

Photobibliothek.ch 3857


1850: Grand' maman Duperrex-Jaeggi

GRAND' MAMAN DUPERREX-JAEGGI. Daguerreotypie, Sechstelplatte, neu gerahmt, o.O. [Westschweiz], o.J. [um 1850].

Photobibliothek.ch 3859


1850: Die «Schwedische Nachtigall»

Jenny Lind [um 1850]. Albumin-Silber-Print, Carte-de-visite. / [William] KILBURN, London. – Rückseite bedruckt, Titel mit Bleistift.

Die «schwedische Nachtigall» Jenny Lind (1821-1887) begeisterte in den 1840er und 1850er Jahren die Opernhäuser in Europa und Amerika.

Ref.: Meyer, Bd. 10, S. 798. Chiaramonte, The Story of Photography, Kap. 15 (ähnliche Aufnahme von M. Brady). Die Eroberung der Bilder, 2003 (Variante von Kilburn als Holzschnitt in: Illustrierte Zeitung, Nr. 382, 1850).

Photobibliothek.ch 3761


1852: Frühes Porträt von George Sand

George Sand. Albumin-Silber-Print, Carte-de-visit, Abzug um 1861. / Nadar [nach einer Aufnahme von Pierre Ambroise RICHEBOURG aus dem Jahre 1852]. – Im Print (Prägestempel): "N". Vorderseite auf Karton (rot gedruckt): Rahmen und "N". Rückseite (rot gedruckt): "Nadar" "35. Boulevart des Capucines" (Bleistift): "George Sand".

Frühes Porträt von George Sand (1804-1876), gemäss [1] nach einer Aufnahme von Pierre Ambroise Richebourg (1810-1880) aus dem Jahre 1852.

Ref.: [1] Claude Malécot, George Sand - Félix Nadar, 2004, S. 15, 42/43. [2] Prinet/Dilasser, Nadar, 1966, S. 123 (Abb.) u. S. 126.

Photobibliothek.ch 3796


1853: «Le coucher de la Parisienne»

Aus der Serie «Le coucher de la Parisienne». Albumin-Silber-Print, 7,6 x 5,4 cm auf gleich grossem Halbkarton, o.J. [ca. 1853]. / Félix Jacques-Antoine MOULIN [zugeschrieben].

Zuschreibung (identischer Stuhl, gleicher Stil): Nazarieff, Der Akt in der Photographie, Berlin, 1990, Abb. 93.

Photobibliothek.ch 252


1855: Blumenstilleben von Adolphe Braun

o.T. [Blumenstilleben mit Kamelien]. Albumin-Silber-Print 25,6 x 21,7 cm mit gerundeten Ecken auf Karton 38,7 x 29,7cm, o.J. [ca. 1855]. / Adolphe BRAUN.

Der Elsässer-Photograph Adolphe Braun (1811-1877) ist berühmt für seine Blumenstilleben. Diese fehlen in keiner Geschichte der Photographie des 19. Jahrhunderts. Der vorliegende Abzug ist auf Albuminpapier, ab etwa 1860 wurden die Abzüge als Pigmentdrucke hergestellt.

Ref.: TMMP, Vision Record and Recording, 1997, S. 10 (Variante). Frizot, Neue Geschichte der Fotografie, S. 97 (Variante). George Eastman House, Geschichte der Photographie, S. 350 (Variante mit Kamelien). – Provenienz: Photo Verdeau Paris.

Photobibliothek.ch 12448

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o.T. [Blumenstrauss]. Handkolorierter Albumin-Silber-Print, Stereokarte, o.J. [ca. 1865]. / A[dolphe] BRAUN. – Vorderseite in Golddruck und mit Tinte «No. 35».

Eine Aufnahme aus der berühmten Blumenstrauss-Serie von Adolphe Braun.

Ref.: Etablissement BRAUN & Cie., 1948, Abb. auf S. 14/15.

Photobibliothek.ch 10950


1855: Pannotypie des ersten Westschweizer Photographen

o.T. [Mann mit Backenbart], o.J. [ca. 1855]. Pannotypie, 7,5 x 6,0 cm (oval) in Orig.-Rahmen 13,4 x 11,7 cm. / A[ntoine] DÉTRAZ. – Orig.-Etikette auf der Rückseite.

Die Aufschrift auf der Original-Etikette lautet: «Portraits au Daguerréotype par tous les temps, avec ou sans couleurs. A. Détraz, Rue de Bourg 16, Lausanne.» Antoine Détraz (1821-1900) war wahrscheinlich der erste Westschweizer Daguerréotypist. Er baute bereits 1840 als Mittelschüler einen Daguerréotypie-Apparat.

Ref.: Photographie in der Schweiz, 1992, S. 32.

Photobibliothek.ch 4316


1855: Daguerreotypie-Paar

Jacob GROSZ, Maler, 42 Jahre alt, 1855 - Anna Grosz, geb. Schreiber, 40 Jahre alt, 1855. Daguerreotypie-Paar, Sechstelplatten, reich verzierte Holzrahmen schwarz und gold lackiert, 21 x 19 cm. – Rückseite mit Tinte beschriftet.

Zustand: Rand oxidiert, tadellose Rahmen

Photobibliothek.ch 2756


1855: Sehr frühe Arbeit Nadar's aus seinem ersten Atelier

o.T. [Porträts eines Mannes und einer Frau (Ehepaar?)]. 2 Salzpapier-Prints in 2 ovalen Originalrahmen der Zeit, 40 x 32 cm (Passepartout: 23,5 x 18,5 cm), o.J. [ca. 1855]. / NADAR. – Porträt des Mannes mit Tinte signiert: «Nadar, 113 St Lazare».

Das Atelier an der 113, rue Saint-Lazare, eröffnete Nadar 1853. Nadar beschreibt das Atelier in seinen Memoiren: «Es war in den ersten Anfängen meiner Photographenlaufbahn. Der Tag ging seinem Ende zu. In meinem damaligen Atelier, in einem Garten der Rue Saint-Lazare, der längst der städtischen Bauordnung zum Opfer gefallen ist, begann ich bereits die damals noch sehr primitiven Apparate für die morgige Arbeit zurechtzustellen. Das Handwerkszeug des Anfängers war ebenso bescheiden wie seine Geldmittel. Es läutete...» - Die beiden Porträts sind, wie in der Malerei bei Doppelporträts üblich, nur einmal signiert.

Ref.: Camera 12/1981, S. 31 (ähnliche Aufnahme). Nadar, Als ich Photograph war, Frauenfeld, 1978, S. 112.

Photobibliothek.ch 907


1855: Hübsches Biedermeier-Notizbuch

NOTIZBUCH. Perlenbestickter Biedermeier-Einband mit Blumenmotiven, 14 x 9,5 cm, o.J. [ca. 1855]. Innen: Carte-de-visite in Goldeinfassung, Stickerei eines Schmetterlings, Notizbuch mit Goldschnitt, 2 Klapptäschchen, Schiebefach, Bleistifthalterung als Schliesse.

Die Photographie zeigt das Ganzbild einer jungen Dame, wahrscheinlich die Beschenkte darstellend. Das Notizbuch ist ungebraucht.

Provenienz: JM&H 08.1557 – Zustand: Neuer Bleistift

Photobibliothek.ch 4372


1855: Frühe Aufnahmen von Venedig

o.T. [FLORENZ, Campanile del Giotto, Duomo Santa Maria del Fiore]. Salzpapier-Print 34,4 x 25,9 cm auf Karton 35,6 x 26,5 cm, o.J. [ca. 1855].

Neben dem schönen marmorverkleideten Turm, der ziemlich heruntergekommene Dom «Santa Maria del Fiore», der erst 1875-1887 durch De Fabris im neugothischen Stil mit Marmor verkleidet wurde.

Photobibliothek.ch 11293

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Angolo del Palazzo Ducal [VENEDIG, Dogenpalast, Säulenhalle des Erdgeschosses, Kapitälskulptur «Das Urteil des Salomons»]. Salzpapier-Print 27,3 x 22,1 cm auf Karton 35,5 x 26,4 cm, o.J. [ca. 1855]. – Titel mit Bleistift auf Rückseite.

Photobibliothek.ch 11294

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o.T. [Venedig, vier Fenster]. Albumin-Silber-Print 31,6 x 25,6 cm auf Karton 37,1 x 29,1 cm, o.J. [ca. 1860]. / Carlo PONTI. – Links unten Blindprägestempel «Ponti, Riva dei Schiavoni, Venezia».

Photobibliothek.ch 10357

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Denkmal des Herzogs Urbino [VENEDIG, Dogenpalast, Hof mit der «Scala dei Giganti»]. Albumin-Silber-Print 34,1 x 26,3 cm auf Karton 37,0 x 29,0 cm, o.J. [ca. 1860]. – Titel mit Bleistift auf Karton-Vorderseite.

Photobibliothek.ch 10358


1856: Tour Saint-Jacques

o.T. [La Tour Saint-Jacques à Paris]. Albumin-Silber-Print 44,5 x 33,0 cm auf Karton 61 x 47,5 cm, o.J. [um 1856]. / E[douard] BALDUS. – Vorderseite im Negativ: "No. 12" auf Karton (Stempel): "E. Baldus".

Ref.: Malcolm Daniel, The Photographs of Edouard Baldus, S. 109 (Abb.). Collection M.+M. Auer, S. 109 (Abb.).

Photobibliothek.ch 12988


1857: Architekturphotographie der Gebrüder Bisson

o.T. [Bronzetür]. Albumin-Silber-Print ab Papiernegativ, 37,7 x 30,5 cm auf Halbkarton 39,1 x 31,3 cm, o.J. [Aufnahme ca. 1857, Abzug ca. 1864]. / BISSON FRERES. – Roter Stempel «A[ncien]ne M[ais]on Bisson Frères» auf Halbkarton rechts unten, Prägestempel «EP» (das «E» seitenverkehrt) im Print links unten.

Louis August Bisson (1814-1876) und Auguste Rosalie Bisson (1826-1900) waren Pioniere der Gebirgs- und Architekturphotographie. Sie mussten 1863 den Konkurs ihrer Firma anmelden. 1864 erwarb Emile Placet den gesamten Bestand der Firma und setzte den älteren Bisson als Direktor ein. Ab diesem Zeitpunkt erhalten die Abzüge - neben dem Stempel der Gebrüder Bisson - noch zusätzlich den Prägestempel «EP».

Ref.: Die Brüder Bisson, 1999, S. 198 (Datierung der Markierungen). Stephen White Gallery, Catalogue 1980/81, Seite 14 (gleiches Motiv, jedoch kleinerer Ausschnitt, Titel «Porte Principale», datiert ca. 1857).

Photobibliothek.ch 254


1857: Naturselbstdruck

Naturselbstdruck. Beilage zu M. Auers polygr.-illustr. Zeitschrift «Faust», o.J. [ca. 1857], 27 x 37 cm. / A[lois] AUER. – Rücks.: Die Entdeckung des Naturselbstdruckes, Wien, 1853.

Der Erfinder des Naturselbstdruckes, Alois Auer (1813-1869), war Direktor der Hof- und Staatsdruckerei in Wien. Dort erschien von 1854 bis 1861 die Zeitschrift «Faust», aus welcher der vorliegende mehrfarbige Naturselbstdruck stammt. Er zeigt Musterdrucke von Achat, Holz, Spitzen, Schlangenhaut, keltischem Stoff, versch. Pflanzen, Algen, Moosen und von einem versteinertem Fisch.

Ref.: Heidtmann 2572. Eder, Geschichte d. Photogr., S. 797-805.

Photobibliothek.ch 1845


 1857: Frith' Reise durch Ägypten

Koum Ombo, Upper Egypt, 1857. Albumin-Silber-Print 14,1 x 22,6 cm auf Karton 32 x 44,5 cm, 1 Bl. Begleittext. / Francis FRITH. – Vorderseite auf Karton (gestochen): "Koum Ombo" "Upper Egypt" "Frith Photo 1857".

Ref.: Fabian/Adam, Frühe Reisen mit der Kamera, S. 38/39 (Abb.). Misselbeck, Prestel-Lexikon der Fotografen, S. 94 (Abb. Variante).

Photobibliothek.ch 12984

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Obelisk and Granite Lotus Column, Karnac, 1857. Albumin-Silber-Print 23,0 x 15,6 cm auf Karton 44,5 x 32 cm, 1 Bl. Begleittext. / Francis FRITH. – Vorderseite im Negativ: "Frith E No. 52 1857" auf Karton (gestochen): "Obelisk and Granite Lotus Column" "Karnac" "Frith Photo 1857".

Photobibliothek.ch 12986

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View from Philae, Looking North, 1857. Albumin-Silber-Print 15,4 x 22,6 cm auf Karton 32 x 44,5 cm, 1 Bl. Begleittext. / Francis FRITH. – Vorderseite auf Karton (gestochen): "View from Philae" "Looking North" "Frith Photo 1857".

Photobibliothek.ch 12987

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Baalbec, from the South, 1857. Albumin-Silber-Print 15,5 x 23,2 cm auf Karton 32 x 44,5 cm, 1 Bl. Begleittext. / Francis FRITH. – Vorderseite auf Karton (gestochen): "Baalbec, from the South" "Frith Photo 1857".

Photobibliothek.ch 12985


1859: Disderi's legendäre Photographie von Napoleon III.

Napoléon III. (1808-1873), [1859]. Albumin-Silber-Print, Carte-de-visite. / André Adolphe-Eugène DISDERI. – Vorder- und Rückseite bedruckt, Bleistifttitel.

André Adolphe-Eugène Disderi (1819-1889) erfand die Carte-de-Visit 1855. Das billige Verfahren verdrängte die teuren Unikatverfahren Daguerreotypie, Ambrotypie und Pannotypie nach und nach. Nadar schrieb über die vorliegende Photographie im Jahre 1900 in «Quand jétais photographe»: «Napoleon III. [...] machte vor Disderis Atelier halt um sich photographieren zu lassen, und hinter ihm stand die ganze Armee, in Reih und Glied, Gewehr bei Fuss, und wartete, bis die Aufnahme gemacht war. Damit steigerte sich die Begeisterung für Disderi zum Delirium. [...] Es wäre schwierig, die Millionen zu schätzen, die in diesen fetten Jahren durch seine Kasse wanderten, und Disderi war sicher der letzte, der sie hätte nennen können.»

Ref.: Maas S. 6 (Abb.). Pollack S. 138 (Variante). Nadar S. 152-155.

Photobibliothek.ch 3767

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Weitere Familienmitglieder

[Impératrice Eugénie (1826-1920), Gattin von Napoléon III, 1859.] Albumin-Silber-Print, Carte-de-visite. / André Adolphe-Eugène DISDÉRI. – Vorder- und Rückseite bedruckt.

Photobibliothek.ch 3768

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Prince impériale [Eugène Louis Jean Joseph, Sohn von Napoléon III., 1859]. Albumin-Silber-Print, Carte-de-visite. / André Adolphe-Eugène DISDÉRI. – Vorder- und Rückseite bedruckt, Bleistifttitel.

Der Prinz wurde 1856 geboren. Auf dem Bild ist er also 3 Jahre alt. Beim Eintritt seiner Grossjährigkeit (18 Jahre) wurde er 1874 als Napoléon IV. zum Haupt der bonapartistischen Partei erklärt. Er fiel 1879 im Zulukrieg.

Photobibliothek.ch 3769


1860: Der Äquadukt von Roquefavour

Roquefavour [Aquädukt, Departement Bouches-du-Rhône, Frankreich]. Albumin-Silber-Print 19,0 x 24,3 cm auf Karton 33,0 x 44,0 cm, o.J. [ca. 1860]. / E[douard] BALDUS. – Titel-Stempel links unter dem Print und Faksimile-Signatur-Stempel rechts unter dem Print.

Der herausragende Architektur- und Landschaftsphotograph Eduard Denis Baldus (1813-1889) photographierte im Auftrag des Comité des Monuments Historiques bedeutsame Baudenkmäler in Frankreich. Das abgebildete, 14 km westlich von Aix-en-Provence gelegene Aquädukt ist 375 m lang und 82 m hoch. Es wurde 1842-1847 zur Wasserversorgung von Marseille erbaut.

Ref.: Daniel, The Photographs of Edouard Baldus, 1994, S. 203 (Variante «late 1850's») und S. 232 («stock list of about 1863» No. 127). Lunn Gallery, Catalogue 5, 1976, S. 16-19 (vergleichbare Prints).

Photobibliothek.ch 11300


1860: David Brewster, der Erfinder der Stereoskops

Sir David BREWSTER - Principal of the University of Edinburgh. Stahlstich, Bildgrösse 21,7 x 17,0 cm, Blattgrösse 32,5 x 25,0 cm, o.J. [um 1860]. / Engraved by D. J. Pound from a Photograph by John Watkins, Parliament St.

David Brewster (1781-1868), neben sich auf einem Tisch ein Brewster-Stereoskop und ein Haufen Stereophotos. - Datierung: Brewster wurde 1859 Rektor der University of Edinburgh.

Ref.: The Stereoscope, Reprint 1971 (Abb. auf Schutzumschlag).

Photobibliothek.ch 12201

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«Mit freundlicher Empfehlung von Sir David Brewster»

The Ghost in the Stereoscope. (Kindly suggested by Sir David BREWSTER, K. H.) Entered in Stationer's Hall. Kolorierte Stereokarte, o.J. [ca. 1865]. / The London Stereoscopic Company.

Seltene Stereokarte mit interessanter «Widmung» an den Erfinder des Steroskops. - Ein Mann und eine Frau wenden sich erschreckt vom halbdurchsichtigen Geist ab. Ein Mädchen ist über einen Tisch gestürzt; Mädchen, Tisch, Stuhl und Geschirr liegen verstreut in der Küche herum.

Photobibliothek.ch 11223


1860: Seltene Aussenaufnahme vor einem Dorfladen

o.T. [FAMILIE MIT PFERDEKARREN VOR DORFLADEN]. Ambrotypie 7 x 8 cm, halber Kasten, o.O. [Grossbritannien], o.J. [um 1860].

Seltene Aussenaufnahme vor einem Dorfladen. Im Schaufenster sind Photos und Kunstdrucke sowie zwei Plakate mit der Aufschrift «The Standard Prize Tea» zu erkennen. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Dorfladen, dessen Besitzer auch Photoaufträge im Tageslicht vor seinem Laden ausführte.

Photobibliothek.ch 3866


1860: Maximilian von Österreich, der später hingerichtete Kaiser von Mexiko

E[rz]h[erzog] Max[imilian] & Charlotte. Albumin-Silber-Print, Carte-de-visite, o.J. [um 1860]. / GHÉMAR Frères, Bruxelles. – Vorder- und Rückseite bedruckt, Bleistifttitel. – (Maximilian von Österreich, der später hingerichtete Kaiser von Mexiko)

Erzherzog Maximilian von Österreich (1832-1867), der Bruder von Franz Joseph I., heiratete 1857 Prinzessin Charlotte von Belgien (geb. 1840). 1864 wurde er Kaiser von Mexiko, wo er am 19.6.1867 hingerichtet wurde.

Ref.: Meyer Bd. 11, S. 372/73.

Photobibliothek.ch 3801


1860: Hundemenschen

L'HOMME-CHIEN [Adrian Jefficheff mit Sohn, um 1860]. Albumin-Silber-Print 9,9 x 6,0 cm. – Im Negatv: "L'homme-chien".

Von Adrian Jefficheff ist wenig bekannt. Er stammte aus dem Kaukasus und trat in der zweiten Hälfte des 19. Jahrunderts in Zirkus und Varieté auf. Sein Sohn, der den gleichen Behaarungs-Deffekt aufwies, trat später mit ihm auf. Diese Art von Freaks sind auch als Haarmenschen, Wolfsmenschen, Löwenmenschen oder Pudelmenschen bekannt.

Ref.: Riesen, Zwerge, Schaubjekte, 1979, Abb. 65/66 (anderer Löwenmensch). – Provenienz: Photo Verdeau Paris.

Photobibliothek.ch 12439


1860: Queen Victoria

Her Majesty The Queen [Victoria, July 1, 1860]. Albumin-Silber-Print, Carte-de-Visite. / J[ohn] E[dward] MAYALL, London. – Vorder- und Rückseite bedruckt.

Kurz nachdem Disderi in Paris mit seinen Carte-de-visit von Napoleon III. über Nacht berühmt geworden war, versuchte sein Londoner Kollege John Edward Mayall (1810-1901) in London das gleiche. Auch ihm gelang mit seinen Cartes-de-visite von Queen Victoria (1819-1901) eine Sensation und wurde für ihn zum grossen kommerziellen Erfolg.

Ref.: Darrah, S. 7 (Abb.). Gernsheim, Victorian Photography, S. 103.

Photobibliothek.ch 3765


1860: Die kleinste Photographie in der Sammlung

Finding the body of Harold. Considered one of the finest productions of the English school. 399 Vernon Gallery. MIKROPHOTOGRAPHIE 1,5 x 1 mm, auf Mikroskop-Objektträger 15 x 17 mm, in Etui, o.J. [ca. 1860]. / W. A. Hilton, Painter.

John Benjamin Dancer fertigte 1853 als erster Mikrophotographien von Berühmtheiten, Gemälden, Bibeltexten usw. auf Mikroskop-Objektträgern. Auf den Markt kamen Mikrophotographien ab 1857. Neben Dancer waren George Shadbolt und Herbert Watkins weitere führende Hersteller. Mikrophotographien mit Lupe («Stanhopes») wurden auch in Schmuckstücke eingebaut. Aufsehen erregte 1870/71 die Brieftaubenpost mittels Mikrophotographien von Tours und Bordeaux nach dem belagerten Paris.

Ref.: Gernsheim, S. 386. Coe, S. 102 (Abb.). Skopec, S. 163 (Abb.).

Photobibliothek.ch 2685


1860: Frühe Aufnahme von Pierre Petit, dem Hauptkonkurrenten Nadar's

o.T. [Porträt eines älteren Mannes]. Salzpapier-Print im Originalrahmen der Zeit, 36 x 29 cm (Bild: 25 x 19 cm), o.J. [ca. 1860]. / Pierre PETIT. – Im Bild mit Tintenstift signiert.

Sehr frühe Arbeit von Pierre Petit (1832-1909). Dieser verliess Disdéri 1858 und wurde 1859 Teilhaber bei Trinquart, dessen Geschäft er ab 1861 allein führte. Neben Nadar wurde er zur ersten Adresse für Porträtphotographie in Paris.

Ref.: Auer, Encyclopédie Internationale des Photographes, 1985.

Photobibliothek.ch 908


1860: Siamesische Zwillinge

o.T. [SIAMESISCHE ZWILLINGE, Millie-Christine MacKoy, um 1860]. Albumin-Silber-Print 10,0 x 6,2 cm.

Millie und Christine (oder einfach Millie-Christine) MacKoy wurden am 11. Juli 1851 in North Carolina noch als Sklaven geboren. Sie waren am Rückenmark zusammengewachsen und benutzten deshalb das selbe Nervensystem. Sie wurden von ihrer Mutter getrennt und für 30'000 Dollar an einen Show-Agenten verkauft. In der Folge traten sie unter anderem für lange Zeit im Zirkus Barnum auf und wurden so die wohl berühmtesten Siamesischen Zwillinge des 19. Jahrhunderts. 1900 beendeten sie ihre Show-Karriere und lebten, reich geworden, mit ihren Eltern und 14 Geschwistern in England. Am 12. Oktober 1912 starb Millie an Tuberkulose; Christine überlebte sie um 17 Stunden.

Ref.: Darrah, Cartes de Visite, S. 52 (Abb. etwas jünger). – Provenienz: Photo Verdeau Paris.

Photobibliothek.ch 12440


1860: Frühe Aufnahme von Bern

Perspective de l'Aar à Berne (Suisse). Stereokarte, Albumin-Silber-Print, o.J. [ca. 1860]. / FERRIER à Paris. – Prägestempel, Titel handschriftlich und Kleber auf Rückseite.

Photobibliothek.ch 9419


1860: Frühes Diapositiv

o.T. [Le Nil par Bourdiet, Louvre, Paris]. Diapositiv zu LATERNA MAGICA, nasses Kollodium-Verfahren, 10 x 18 cm, o.J. [ca. 1860].

Frühes Beispiel eines Diapositivs, hergestellt im nassen Kollodiumverfahren.

Photobibliothek.ch 2738


[1860] 70 80 90 1900 20 40 2000