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Muybridge, Animal Locomtion, 1887

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Film und Fernsehen bis 1894

1814-1878: Erste gezeichnete Bewegungsabläufe

Manga. Bände 1-4, 6-11 und 13-15. / Katsushika HOKUSAI. Bd. 15 = 44./45. Jahr Meiji [1911/1912]. – 8°. Japanische Blockbücher im japanischen Original-Schuber.

Bereits etwa 50 Jahre vor Eadweard Muybridge zeichnete Katsushika Hokusai (1760-1849) Bewegungsabläufe. Diese Zeichnungen nannte er «Manga», was etwa «flüchtige Skizzen» bedeutet. In der Sonntagsbeilage einer japanischen Zeitung wurde dann 1899 erstmals das Wort «Manga» für einen Comic-Strip verwendet. In Japan machen heute Mangas mit einer Auflage von über zwei Milliarden pro Jahr ein Drittel alles Gedruckten aus. Die daraus entstandenen Trickfilme heissen «Anime». - Die Erstausgaben der Mangas von Hokusai erschienen zwischen 1814 (Band 1) und 1878 (Band 15), die letzten beiden Bände erschienen erst nach seinem Tode.

Ref.: Hillier, Hokusai, 1956, S. 49-55. Boller, Hokusai, 1955, S. 11/12, Abb. 52-57. Berndt, Pänomen Manga, 1995, S. 18. – Zustand: Bde. 5 und 12 fehlen

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Die 13 Bände (von 15)

Kämpfer mit Bambusstöcken (Band 6)

Tänzer (Band 3)

Sumo-Ringer (Band 3)

Schwimmer und Taucher (Band 4)

Gespensterbeschwörer und Gespenster (Band 10)

ein explodiernder Fisch: WUMM! (Band 11)

wie eine Welle entsteht (Band 2)

wie man Regen darstellt (Band 7)

oder ganz einfach, wie man einen Elefanten pflegt (Band 8)

>>> Thema «Japanische Farbholzschnitte»


1825: Der erste Schritt zur Erfindung des Kinos

Explanation of an optical deception in the appearence of the spokes of a wheel seen trough vertical apertures. Read December 9, 1824. / P[eter] M[ark] ROGET. – In: Philosophical Transactions of the Royal Society 1825, S. 131-140. – London: Royal Society 1825. – 4°. 8 S., 1 Kupfertafel. Neuer Hldr.-Einband.

Ein anonymer Autor machte 1821 im «Quarterly Journal of Science» auf das Zaunphänomen aufmerksam: Beobachtet man einen vorbeifahrenden Wagen durch einen Lattenzaun, scheinen seine Räder stillzustehen und die Speichen erscheinen verzerrt. Mark Roget (1799-1869) fand eine Lösung, die er am 9. Dezember 1824 der Royal Society vortrug. Auch wenn Rogets Beweisführung aus heutiger Sicht fehlerhaft ist, ist seine Abhandlung doch die erste wissenschaftliche Darstellung der Wahrnehmung von Bewegung. Joseph Antoine Plateau und Michael Faraday entwickelten die Theorie über die Trägheit des Lichteindruckes im Auge weiter, was zur Erfindung des Phenakistiskopes als Vorläufer des Kinos führte.

Ref.: Gernsheim, Geschichte, S. 573. Füsslin, S. 18 ff. Hecht, 134AB. Coe, Movie Photography, S. 28-30.

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>>> Erklärung des Zaunphänomens


1873: Photographierte Bewegung

La machine animale. Locomotion terrestre et aérienne. Avec 117 figures dans le texte. / E[tienne-]J[ules] MAREY. – Paris: Librairie Germer Baillière 1873. – 8°. X, 299, 48 S. mit 117 Holzstichen. Ln. mit Golddruck. – (Bibliothèque sientifique internationale)

Ref.: Hecht 267A.

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>>> Thema «Photographierte Bewegungsabläufe»


1878: Berühmter früher Bericht über Muybridge's «Erfindung des Films»

The PHILADELPHIA PHOTOGRAPHER. / Edited by Edward L. Wilson. [Albumin-Silber-Prints von Edward L. Wilson, J. Landy, G. M. Elton, S. R. Stoddard, D. H. Anderson, John A. Todd, Bradley & Rulofson, Daniel Price, Leon Van Loo, Cook Ely.] – Volume XV, January - December 1878. – Philadelphia: Edward L. Wilson Publisher 1878. – 8°. viii, 384 S. mit Holzstichen, 12 Bl. Tafeln mit mont. Albumin-Silber-Prints. Hln. – (Philadelphia Photographer ; 1878)

In der August Nummer (S. 247) der berühmte frühe - sehr herablassende! - Bericht über Muybridge's «Erfindung des Films» von William Herman Rulofson:  «The California Horse - Electric Feat. None know better than yourself that the country is full of photographic quacks vending their nostrums, deceiving the credulous and defrauding the ignorant. [...] So also it has a photographer ! the dexterity of whose "forefinger" invokes the aide of electricity in exposing his plate - a succession of plates, so as to photograph each particular respiration of the horse. The result is a number of diminutive silhouettes of the animal on and against a white ground or wall; all these in the particular position it pleased him to assume, as the wheels of his chariot open and close the circuits. [...] Photographically speaking it is "bosh;" but then it amuses the "boys," and shows that a horse trots part of the time and "flies" the rest, a fact of "utmost scientific importance." Bosh again.»

Ref.: Ganzer Text abgebildet in: MacDonnell, Der Mann der die Bilder laufen liess, S. 26. Ganzer Text abgedruckt in: Hecht, Pre-Cinema History, Nr. 288/02; Haas, Muybridge, S. 111/112. Zitiert in: Taft, Photography and the American Scene, S. 509.

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1882: Bahnbrechende Bewegungsstudien von Eadweard Muybridge

The horse in motion. As shown by instantaneous photography. With a study on animal mechanics. Founded on anatomy and the relevations of the camera, in which is demonstrated the theory of quadrupedal locomotion. / J. D. B. Stillman. Executed an published under the auspices of Leland Stanford. [Photos von Eadweard MUYBRIDGE.] – Boston: James R. Osgood 1882. – 4°. 127 S., CVII Tfln. [5 Lichtdrucke, 9 Chromolithographien, 93 Lithographien]. Ln. mit Farb- und Goldprägung, Kopfgoldschnitt.

1872 entbrannte in Pferderennsportkreisen ein Streit darüber, ob ein Pferd beim Traben zeitweise alle vier Hufe gleichzeitig in der Luft habe. Eadweard Muybridge (1830-1904) wurde vom Gouverneur von Kalifornien, Leland Stanford, beauftragt, das Pänomen zu untersuchen. Unterbrochen wurden die Untersuchungen allerdings von einem Mordprozess gegen Muybridge, weil dieser 1874 den Liebhaber seiner Frau erschossen hatte. Der Prozess endete mit dem Freispruch Muybridge's. 1877 wurden die Arbeiten auf Stanfords Gestüt wieder aufgenommen und 1882 umfassend im vorliegenden Werk veröffentlicht. Die Annahme, dass sich zeitweise alle vier Hufe in der Luft befänden, stellte sich als richtig heraus. Viel wichtiger war jedoch die bahnbrechende Aufnahmetechnik, welche die Grundlage für spätere Bewegungsstudien an Tieren und Menschen bildete. Das Buch ist aber auch einer der wichtigsten Meilensteine auf dem Weg zur Erfindung des Kinos. - Muybridge war zutiefst über seinen Gönner Stanford enttäuscht, weil er, Muybridge, nicht auf dem Titelblatt erwähnt wurde, Stillman lieferte nur den Text, war aber an den Aufnahmen in keiner Art und Weise beteiligt gewesen! - Das Buch enrthält: 5 Lichtdrucke mit den photographischen Einrichtungen und den Serien «Mohammed» und «Edgerton»; Lithographien nach Photos in 38 Serien und 49 Schrägansichten; Lithographien nach Zeichnungen mit 2 «falschen» Tierdarstellungen und 13 Pferde-Anatomien (davon 9 farbig).

Ref.: Eadweard Muybridge, Stuttgart, 1976, S. 10, 26-29, 115-123. Hecht 310C. R&S 7235.

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>>> Thema «Photographierte Bewegungsabläufe»


1887: Drei Lichtdrucktafeln aus Muybridge's «Animal Locomotion»

Animal Locomotion. An Electro-Photographic Investigation of Consecutive Phases of Animal Movements. 11 volumes. / By Eadweard MUYBRIDGE. Text by H. Allen. Plates printed by Photo-Gravure Company, New York. – Philadelphia: University of Pennsylvania 1887. – 2°quer. 3 [von 781] Lichtdrucktafeln. – (Animal Locomotion ; GA)

Das  berühmte Werk «Animal Locomotion» von Eadweard Muybridge (1830-1904) ist nur in wenigen grossen Bibliotheken und Sammlungen komplett erhalten, da von der vollständigen Ausgabe mit 781 Lichtdrucktafeln lediglich zwischen 37 und 40 Exemplare verkauft wurden. Einzelne Lichtdrucktafeln kommen äusserst selten auf den Markt; in der Sammlung befinden sich drei: Plate 199: «Woman. Walking and Flirting a Fan.» Plate 740: «Bactrian Camel. Camel in Transverse-Gallop.» Plate 780: «Cranes and Geese at Water's Edge.» - Noch zu Muybridge's Lebzeiten erschienen bei Chapman & Hall «Animals in Motion» (1899 mit 183 Autotypietafeln) und «The Human Figure in Motion» (1901 mit 195 Autotypietafeln). In der Sammlung befinden sich davon die 3. Auflage (1907) bzw. die 7. Auflage (1931) sowie der Reprint von Dover (1957)

Ref.: R&S 7235. The Truthful Lens (37 vollständige Exemplare). Haas, Muybridge, 1976, S. 155 (40 vollständige Exemplare).

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Plate 199: «Woman. Walking and Flirting a Fan.»

Plate 740: «Bactrian Camel. Camel in Transverse-Gallop.»
>>> Thema «Photographierte Bewegungsabläufe»

Plate 780: «Cranes and Geese at Water's Edge.»


1890: Der Vogelflug mit 1/8000 Sekunde Belichtungszeit

Le vol des oiseaux. Physiologie du mouvement. Avec 1 planche et 164 figures dans le texte. / Par E[tienne]-J[ules] MAREY. – Paris: G. Masson 1890. – Gr.8°. XVI, 394 S. mit 164 Abb., 1 Lichtdruck-Tafel. Ln.

Etienne-Jules Marey (1830-1904) ist in dreierlei Hinsicht bedeutend: Für seine Erforschung der Bewegungsabläufe bei Menschen und Tieren, als Miterfinder des Kinos (zusammen mit Eadweard Muybridge und den Gebrüdern Lumière), aber auch als Wegbereiter des Fliegens «schwerer als Luft». Für die Erfindung des Kinos ist, neben «La machine animale» (1873, ebenfalls in der Sammlung) und «Le mouvement» (1894, amerikanische Ausgabe als Faksimile vorhanden) vor allem das vorliegende Werk von 1890 über den Vogelflug von Bedeutung. Zahlreiche Abbildungen nach Photographien sind in Holzstich umgesetzt worden, teilweise liegen aber bereits gerasterte Hochdruck-Reproduktionen vor. Am sensationellsten für die damalige Zeit ist eine Lichtdruck-Tafel, die den Taubenflug mit 1/8000 Sekunde Belichtungszeit zeigt.

Ref.: R&S 6830. – Zustand: Etwas Wasserfleckig

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>>> Thema «Photographierte Bewegungsabläufe»


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