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LICHTDRUCK (1875-1940) Andere Bezeichnungen: Alber(to)typie, Collotypie, phototypie (f), collotype (e) Verfahren: Flachdruck Geschichte: Patent 1855 durch Alphonse Poitevin. 1860 durch F. Joubert verbessert. Leistungsfähiges Verfahren durch Joseph Albert ab 1875. Häufigstes Druckverfahren für Photos am Ende des 19. Jahrhunderts. Beschrieb: Eine geschrumpfte Chromgelatineschicht auf einer Glasplatte wird durch ein Negativ belichtet, ausgewaschen und befeuchtet. Nur die gehärteten Stellen nehmen die fette Druckfarbe an, während die feuchte Gelatine diese abstösst. Merkmale: Problemlos erkennbar am typischen Lichtdruck-Runzelkorn. Referenzen: Gernsheim, Geschichte der Photographie, 1983, S. 708. Museum Folkwang, Verfahren der Fotografie, 1989, S. 76. Heidtmann, Wie das Photo ins Buch kam, 1984, S. 591 ff.
Lichtdruck, ca. 1900, Ausschnitt im Original 7,5 x 5 cm
Vergrösserung: typisches Runzelkorn eines Lichtdruckes LITHOGRAPHIE, FEDERLITHOGRAPHIE (1800-heute) Andere Bezeichnungen: Lithographie à la plume (f), litho pen drawing (e) Verfahren: Flachdruck Geschichte: 1797 durch Alois Senefelder erfunden. Beschrieb: Die Zeichnung wird mit lithographischer Tusche auf den glatten Stein aufgetragen. Nach der Präparierung und Befeuchtung des Steines nehmen nur die fettigen Stellen die Druckfarbe an, während die feuchten Stellen diese abstossen. Merkmale: Absolut gleichmässiger Farbauftrag. Fehlen der Hochdruckmerkmale (Quetschrand, Schattierung). Fehlen der Tiefdruckmerkmale (erhöhtes Farbbild, Druckrand). Referenzen: Senefelder, Lehrbuch, Neuaufl., 1925, S. 248-272. Van der Linden, Handbuch der grafischen Techniken, 2. Aufl., 1986, S. 182. Winkler, Wie sammle ich Lithographien? 1965.
Federlithographie, ca. 1850, Ausschnitt im Original 7,5 x 5 cm
Lithographiestein zum Druck von 7 Pralinée-Papieren, ca. 1950 LITHOGRAPHIE, GRAVIERMANIER (1800-heute) Andere Bezeichnungen: Steingravur, gravure sur pierre (f), litho engraving (e) Geschichte: 1797 durch Alois Senefelder erfunden. Beschrieb: Die gesamte Oberfläche des Steins wird als Erstes wasserabstossend präpariert. Nach dem Gravieren wird in den Strichen ein Fettgrund angebracht, der später die Druckfarbe annimmt. Auch negative Steingravur möglich (Senefelder = Holzschnitt-Manier). Merkmale: Auf den ersten Blick wie ein Stich aussehend. Fehlen der Hochdruckmerkmale (Quetschrand, Schattierung). Fehlen der Tiefdruckmerkmale: vor allem der Druckrand, ein leicht erhöhtes Farbbild ist jedoch möglich. Referenzen: Senefelder, Lehrbuch, Neuaufl., 1925, S. 306 (Holzschnitt-Manier), S. 316-339 (gestochene Manier). Van der Linden, Handbuch der grafischen Techniken, 2. Aufl., 1986, S. 185.
Aktie der New York and New England Railroad
Company, LITHOGRAPHIE, KREIDELITHOGRAPHIE (1800-heute) Andere Bezeichnungen: Lithographie au crayon (f), litho chalk drawing (e) Verfahren: Flachdruck Geschichte: 1797 durch Alois Senefelder erfunden. Wichtiges Illustrationsverfahren in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (z.B. Daumier). Beschrieb: Die Zeichnung wird mit lithographischer Kreide auf den gekörnten Stein aufgetragen. Nach der Präparierung und Befeuchtung des Steines nehmen nur die fettigen Stellen die Druckfarbe an, während die feuchten Stellen diese abstossen. Merkmale: Kreideartiger Strich, entsprechend der Körnung des Steins. Fehlen der Hochdruckmerkmale (Quetschrand, Schattierung). Fehlen der Tiefdruckmerkmale (erhöhtes Farbbild, Druckrand). Referenzen: Senefelder, Lehrbuch, Neuaufl., 1925, S. 272-296. Van der Linden, Handbuch der grafischen Techniken, 2. Aufl., 1986, S. 181/182. Winkler, Wie sammle ich Lithographien? 1965.
Kreidelithographie, ca. 1850, Ausschnitt im Original 7,5 x 5 cm MATTALBUMINPAPIER
(1863-1930) Verfahren: Auskopier- oder Entwicklungspapier
Geschichte: Normales Albuminpapier war praktisch nicht retuschierbar
(Negativretusche erforderlich). Mattalbuminpapier konnte dagegen
beliebig retuschiert oder koloriert werden. Beschrieb: Albuminpapier
unter Zusatz von Arrowroot-Stärke hergestellt. Merkmale:
Völlig matte Schicht, die mit Bleistift beschriftbar ist, ohne
Barytunterlage. Nicht acetonlöslich und die Schicht quillt
praktisch nicht, jedenfalls viel weniger als Gelatine (minimes Quellen
der Stärkekörner möglich). Referenzen: Hansch,
Frühe Photographien, 1985, S. 75. NPG, Probebilder, «Alboidin».
Neue Photographische Gesellschaft (NPG), Probebild für das Mattalbuminpapier «Alboidin», ca. 1915 MISCHTECHNIKEN
RADIERUNG/STICH (1512-heute) Verfahren: Tiefdruck
Geschichte: Die Radierung wurde im 16. Jahrhundert durchwegs als
Hilfstechnik zur Vorzeichnung eines Stichs gebraucht. Erst ab dem
17. Jahrhundert wurde sie eigenständig. Auch bei späteren
Radierungen sind sehr oft die Feinheiten in Stichmanier herausgearbeitet.
Beschrieb: Eine Radierung wird als Stich (Kupfer oder Stahl) fertig
bearbeitet oder später nachgestochen. Merkmale: Stich- und
Radierungsmerkmale auf derselben Platte. Referenzen: Van der Linden,
Handbuch der grafischen Techniken, 2. Aufl., 1986, S. 112/115 (Kupferstich),
116 (Stahlstich), 125 (Radierung als Vorzeichnung), 126 (Abb.).
Radierung in Stichmanier ergänzt, ca.
1850, NATURSELBSTDRUCK (1852-1860) Andere Bezeichnungen: Nature printing (e) Verfahren: Tiefdruck Geschichte: 1852 durch Auer erfunden. Nur kurze Zeit zur Illustration botanischer Bücher verwendet. Beschrieb: Unmittelbare Abformung in Blei von Gräsern, Blumen, Blättern usw. Merkmale: Tiefdruckmerkmale: Erhöhtes Farbbild und Druckrand. Problemlos erkennbar an den durch gefaltete Pflanzenteile entstandenen Konturen. Referenzen: Heidtmann, Wie das Photo ins Buch kam, 1984, S. 553 ff.
M. Auer, Atropa Belladonna (Tollkirsche), Naturselbstdruck, ca. 1857 NEGATIVPAPIER (1885-1930) Verfahren: Entwicklungspapier Geschichte: Nachdem ab ca. 1885 Bromsilberpapiere mit relativ hoher Empfindlichkeit zu Verfügung standen, wurden diese auch ohne Barytschicht für Zwischennegative angeboten (z.B. für Edeldruckverfahren). Beschrieb: Bromsilberpapier ohne Barytschicht auf dünnem Papier, welches mittels «Transparenzöl» durchsichtig gemacht wurde. Merkmale: Negativ auf nicht barytiertem sehr dünnem Papier. Schicht quillt und ist nicht acetonlöslich. Evtl. noch ölig. Mirroring (Entwicklungspapier). Referenzen: Hansch, Frühe Photographien, 1985, S. 130-131.
Negativpapier, ca. 1920 OFFSETDRUCK
(1903-heute) Andere Bezeichnungen: Offset (e) Verfahren:
Flachdruck Geschichte: Um 1900 durch I. W. Rubel erfunden. Erste
Offsetdruckmaschinen kamen 1903 auf den Markt. Heute das am häufigsten
angewandte Druckverfahren. Beschrieb: Vom Druckzylinder mit Feucht-
und Farbwerk wird das Druckbild zuerst auf ein Gummituch übertragen,
mit welchem dann das Papier bedruckt wird. Merkmale: Die unterschiedlich
grossen Rasterpunkte sind problemlos vom Rastertiefdruck zu unterscheiden.
Gegenüber der praktisch identischen Autotypie sind die Offsetdruck-Rasterpunkte
bis zum Rand gleichmässig gefärbt. Referenzen: Camera
10/67. Van der Linden, Handbuch der grafischen Techniken, 2. Aufl.,
1986, S. 204.
Unter einer 10-fach-Lupe sind die Rasterpunkte eines Offsetdrucks bis zum Rand völlig gleichmässig gefärbt, im Gegensatz zur Autotypie ist kein Quetschrand erkennbar OROTONE (1900-1920) Verfahren: Bromsilber-Glasdiapositiv Geschichte: Im Umfeld von Edward Sheriff Curtis (1868-1952) in der Gegend von Seattle ausgeübtes Verfahren. Beschrieb: Ein Negativ wird seitenverkehrt auf die Rückseite eines Bromsilber-Glasdiapositivs kopiert und mit Goldstaublack hinterlegt. Merkmale: Hinterglas-Diapositiv, tiefschwarz in den Schatten, leuchtender Goldton in den Lichtern. Übliches Format 11 x 24 Zoll (= 27,5 x 35 cm). Referenzen: Baldwin, Locking at Photographs, 1991, S. 62. Indianer Nordamerikas, 1993, S. 29. Stephen White Gallery, Catalogue 1980/81, S. 38/39.
Orotone aus dem Umfeld von Edward Sheriff Curtis, PANNOTYPIE (1853-1857) Verfahren: Direkt-Positiv (Unikat) Geschichte: 1853 erfunden durch Wulff & Co. Paris. Beschrieb: Die Schicht eines unterbelichteten Kollodium-Glasnegativs wird abgelöst und auf ein Wachstuch übertragen. Dadurch wird ein gemäldeähnliches Aussehen erreicht und das Bild ist unzerbrechlich. Merkmale: Hellgraue Kollodiumschicht auf Wachstuch. Referenzen: Hansch, Frühe Photographien, 1985, S. 52-53. Junger Mann mit Boxerbart, Pannotypie, ca. 1855 PE-PAPIER >>> Bromsilberpapier PHOTOCHROMDRUCK
(1890-1910) Andere Bezeichnungen: Photochromie Verfahren:
Flachdruck Geschichte: 1888 durch Orell Füssli patentiert.
1895 wurden die «Photochrom Zürich» und die «Ed.
Schroeder & Cie. Zürich» zur «Photoglob»
zusammengefasst (Chef: Heinrich Wild). 1896-1906 erschien das «Bulletin
Photoglob». Ab 1908 Firmensignet «P.Z.» im Globus.
Beschrieb: Der lichtempfindliche Asphalt wird durch ein Negativ
belichtet und mit Lösungsmittel ausgewaschen. Es werden 8...20
Steine für die unterschiedlichen Teilfarben hergestellt (keine
echten Farbauszüge, sondern frei nachempfundene Farbgebung).
Merkmale: Sehr feine Farblithographie auf dünnem, braunem
Papier, sofort als Photographie erkennbar (übliche Chromolithographien
sehen aus wie übermalte Photos). Firma, Nummer und Titel in
Golddruck (P.Z. für Photoglob/-chrom Zürich, W.K. für
Wehrli Kilchberg). Referenzen: Königsdorf, Deutschland um
die Jahrhundertwende, 1990, S. 145-150. Ursula Heller (ihr Urgrossvater
war H. Schmid) in: Tages-Anzeiger Magazin 6/75, S. 9 ff.
Photochromdruck, ca. 1900, Ausschnitt im Original 7,5 x 5 cm
Vergrösserung PHOTOGENISCHE
ZEICHNUNG (1835-1841) Andere Bezeichnungen: Photogenic
drawing, Salzpapier Verfahren: Papiernegativ ohne Entwicklung,
ggf. umkopiert zum Positiv Geschichte: William Henri Fox Talbot
gab sein erstes Verfahren «photogenic drawing» im Januar
1839 noch vor der Veröffentlichung der Daguerreotypie bekannt.
1841 veröffentlichte er sein verbessertes Entwicklungs-Verfahren
«Kalotypie» (später «Talbotypie» genannt).
Beschrieb: Schreibpapier wird mittels Silbernitrat und Kochsalz
lichtempfindlich gemacht, belichtet (30...60 min) und mit Kochsalz
oder Kaliumjodid stabilisiert (noch keine eigentliche Fixierung
mit Natriumthiosulfat). Merkmale: Schichtlos, meist Photogramme
von Pflanzenteilen u. dgl. Eine photogenische Zeichnung dunkelt
nach und ist dunkelbraun bis lila (im Gegensatz dazu bleicht die
Kalotypie aus und ist hellbraun bis gelb). Referenzen: Gernsheim,
Geschichte der Photographie, 1983, S. 160 ff. Museum Folkwang, Verfahren
der Fotografie, 1989, S. 58 u. 83. Rundbrief Fotografie, Heft 19,
S. 37.
Der Begriff «Photogenische Zeichnung» sollte auf Abzüge von Talbot und anderen Pionieren der Photographie in der Zeit von 1835 bis 1841 beschränkt bleiben. Das älteste erhaltene Negativ von Talbot «Latticed Window» vom August 1835 wird heute in der British Library aufbewahrt. PHOTOGRAVÜRE (1855-1920) Andere Bezeichnungen: Heliogravüre, Mezzotintodruck, Intagliodruck, Rembrandtdruck Verfahren: Tiefdruck Geschichte: 1826 erste Versuche durch Nicéphore Niépce. 1840 geätzte Daguerreotypien von Armand-Hippolyte Fizeau. 1854 erstes praktikables Verfahren von Charles Nègre. 1855 Verfahren von Eduard-Denis Baldus. 1878 Verfahren von Karel Klic. Beschrieb: Pigmentdruck wird auf Kupferplatte übertragen, mit Asphalt bestäubt (Rasterkorn) und anschliessend geätzt. Der Druck erfolgt auf einer Tiefdruckpresse für Stiche. Merkmale: Aspaltstaubkorn in den Mitteltönen gut erkennbar, Druckrand wie bei Stichen. Referenzen: Von Niépce bis Stieglitz, Kunsthaus Zürich, 1983. Gernsheim, Geschichte der Photographie, 1983, S. 704. Heidtmann, Wie das Photo ins Buch kam, 1984, S. 168 ff.
Parthie aus dem Englischen Garten Meiningen, Photogravüre, ca. 1890, Ausschnitt im Original 7,5 x 5 cm PHOTOKERAMIK (1860-heute) Andere Bezeichnungen: Einstaubverfahren, Einbrennverfahren Verfahren: Chromat-Einstaubverfahren Geschichte: F. Joubert patentierte 1860 in England das Chromat-Einstaubverfahren. J. Wyard wandte das Verfahren erstmals 1860 in London kommerziell an. Heute wird das Verfahren noch für wetterfeste Grabphotos angewandt. Beschrieb: Hygroskopisches Gummi-, Honig- oder Zuckergemisch mit chromsauren Salzen wird belichtet (Schatten bleiben klebrig), mit Keramikfarbe eingestaubt und gebrannt. Merkmale: Photographie auf Porzellan, Steingut oder Metall unter der gebrannten Glasur. Referenzen: Eder, Geschichte der Photographie, Bd. 1, 4. Aufl., 1932, S. 792-795. Fleck, Photokeramik, 1909.
Porträt einer etwa 40jährigen Frau, Photokeramik, ca. 1875 PHYSIONOTRACE (1786-1840) Verfahren: Tiefdruck Geschichte: Der Physionotrace ist eine 1786 von dem Kammermusiker und Kupferstecher Gilles-Louis Chrétien erfundene Apparatur, die das Verfahren des Silhouettenzeichnens und des Gravierens mechanisierte. Beschrieb: Zwei Techniken der Porträtdarstellung werden kombiniert: die Silhouette und die Radierung. Durch einen Pantographen (auch Storchenschnabel genannt) werden die Umrisse des Schattenbildes stark verkleinert graviert. Merkmale: Kreisrunde Radierung mit umgehender Signatur des Erfinders Chrétien oder seiner Nachfolger (Quenedey u.a.), Durchmesser 60 mm, Plattengrösse 90 x 75 mm. Referenzen: Vivarez, Le Physionotrace, 1906. Friess, Kunst und Maschine, 1993, S. 133-141.
Gilles-Louis Chrétien, Porträt
des deutschen Physikers und Astronomen PIGMENTDRUCK
(1860-1940) Andere Bezeichnungen: Kohledruck, Karbondruck,
epreuve au charbon (f) Verfahren: Edeldruck Geschichte: 1855
erste Versuche durch Alphonse Louis Poitevin. Verbesserung durch
Adolphe Fargier (Frankreich) und Joseph W. Swan (England). Swan
brachte 1866 industriell hergestellte Pigmentpapiere in den Handel.
Beschrieb: Ein Negativ wird auf eine pigmenthaltige Bichromatgelatineschicht
belichtet. Diese wird an den belichteten Stellen wasserunlöslich.
Nicht gehärtete Stellen können anschliessend ausgewaschen
werden. Anschliessend meist umgedruckt. Merkmale: Lichter weniger
glänzend als Schatten. Schatten reliefartig erhöht und
oft lederartig geschrupft. Von der Woodburytypie kaum zu unterscheiden.
Referenzen: Heidtmann, Wie das Photo ins Buch kam, 1984, S. 138
ff. Museum Folkwang, Verfahren der Fotografie, 1989, S. 70.
Epreuve au charbon (double transfert), Pigmentdruck,
ca. 1890, PLATINDRUCK (1880-1930) Andere Bezeichnungen: Platinotypie Verfahren: Auskopierpapier Geschichte: 1873 durch William Willis erfunden, ab 1879 produziert. Besonders um die Jahrhundertwende von Kunstphotographen wegen der hohen Lichtbeständigkeit benutzt. Beschrieb: Auskopierpapier ergibt ein blassgelbes Bild, welches in einem Platintonbad in ein praktisch unzerstörbares Platinbild überführt wird. Merkmale: Schichtlos, grauschwarzer Bildton, nicht ausgebleicht. Referenzen: Museum Folkwang, Verfahren der Fotografie, 1989, S. 69. Nadeau, Geschichte und Praxis des Platindrucks, 1991.
Indisches Dorf bei Kodaikanal, Platindruck, ca. 1905 POCHOIR (1500-heute) Andere Bezeichnungen: Schablonendruck, stencil (e) Verfahren: Durchdruck Geschichte: Der Druck mittels Schablonen ist uralt: bereits die Höhlenbewohner benutzten die Hand als Schablone und spuckten Farbe an die Hölenwand. Im Mittelalter wurden Spielkarten mittels Schablonen koloriert. Die Lithographien der Epinal-Bilderbogen werden bis heute auf Pochoir-Druckmaschinen koloriert. «Jazz» (1947) von Henri Matisse wurde ebenfalls in Pochoirtechnik gedruckt. Beschrieb: Druck farbiger Flächen mittels Schablonen. Merkmale: Während hochwertige Pochoirdrucke sauber begrenzte Farbflächen aufweisen, sehen Bilderbogen eher wie handkoloriert aus. Referenzen: Van der Linden, Handbuch der graphischen Techniken, 2. Aufl. 1986, S. 207.
Epinal-Bilderbogen «L'Histoire de la
photographie» (Ausschnitt), POLAROID (1948-heute) Verfahren: Sofortbild Geschichte: 1947 durch Edwin H. Land erfunden. 1948 Polaroid Trennblattverfahren. 1963 Polacolor Trennblattverfahren. 1974 Polaroid SX-70 Monoblattverfahren. 1976 Kodak-Sofortbildverfahren (nach Prozess zurückgezogen). Beschrieb: Silber bzw. Farbstoffe diffundieren in eine Empfängerschicht. Merkmale: Trennblattverfahren: 85 x 108 mm (Bild 72 x 95 mm), Klebespuren auf dem weissen Rand. Monoblattverfahren: 107 x 88 mm (Bild 79 x 78 mm), Chemietaschen am unteren Bildrand. Referenzen: Museum Folkwang, Verfahren der Fotografie, 1989, S. 80.
Amateurphotographie, Polaroid SX-70, ca. 1980 RADIERUNG (1512-heute)
Andere Bezeichnungen: Ätzkunst, eau-forte (f), etching
(e) Verfahren: Tiefdruck Geschichte: 1512 durch Albrecht Dürer
erfunden. Illustrationsverfahren für Bücher bis etwa 1870.
Heute noch oft für künstlerische Darstellungen verwendet.
Beschrieb: Platte wird mit säurefestem Ätzgrund überzogen,
mit einer Nadel bearbeitet und anschliessend geätzt. Merkmale:
Tiefdruckmerkmale: Erhöhtes Farbbild und Druckrand. Linien
beginnen und enden stumpf (Kupferstich: spitz). Wesentlich freiere
Linienführung als beim Kupferstich. Oft mit Plattenton. Referenzen:
Van der Linden, Handbuch der grafischen Techniken, 2. Aufl., 1986,
S. 123 ff.
Radierung, ca. 1900, Ausschnitt im Original 7,5 x 5 cm RASTERTIEFDRUCK
(1920-heute) Andere Bezeichnungen: Kupfertiefdruck, héliogravure
(f), photogravure (e) Verfahren: Tiefdruck Geschichte: 1890
durch Klic erfunden. Neben der Autotypie das wichtigste Illustrationsverfahren
für Bücher von etwa 1920 bis 1970. Beschrieb: Photographisch
erzeugtes Kreuzraster dient als Rakelauflage. Die Rasterpunkte sind
umso tiefer, je dunkler der Farbton. Merkmale: Typisches Tiefdruck-Kreuzraster
mit überall gleich grossen quadratischen Punkten, die unterschiedlich
stark gefärbt sind (bei der Autotypie und beim Offsetdruck
sind die Rasterpunkte unterschiedlich gross und von gleicher Färbung).
Die Schrift wirkt im Rastertiefdruck immer etwas «ausgefranst»
(sog. «Sägezahneffekt»). Referenzen: Camera 10/67.
Van der Linden, Handbuch der grafischen Techniken, 2. Aufl. 1986,
S. 156-160.
Postkarte, Rastertiefdruck, Ausschnitt im Original 7,5 x 5 cm
Vergrösserung: typisches Tiefdruckraster RC-PAPIER >>> Bromsilberpapier RELIEFKOPIERMASCHINE (1825-1880) Andere Bezeichnungen: pantograph etchings (e) Verfahren: Tiefdruck Geschichte: Reliefkopiermaschinen ermöglichten eine vollautomatische Kopierung von reliefartigen Gegenständen (Münzen, Bas-Reliefs usw.) in photographie-ähnlicher Abbildungsqualität. Erste brauchbare Maschinen gab es bereits ab 1825, also noch weit vor der Erfindung der Photographie! Beschrieb: Mit einem Pantographen wird die Münzoberfläche abgetastet und im Massstab 1:1 in einen Stahlstich übertragen. Merkmale: Höhenkuvenartige Linien. Referenzen: Friesz, Kunst und Maschine, 1993, S. 185-199. Benson, The Printed Picture, MoMA, 2008, S. 92/93.
M. Auer, Londoner Weltausstellungsmünzen
von 1851,
Vergrösserung SALZPAPIER >>> Kalotypie, Photogenische Zeichnung, Salzpapierabzug ab Kollodiumnegativ SALZPAPIERABZUG
AB KOLLODIUMNEGATIV (1851-1865) Verfahren: Auskopierpapier
Geschichte: Mit der Erfindung des nassen Kollodiumverfahrens durch
Frederick Scott Archer im Jahre 1851 wurde das unempfindliche Papiernegativ
der Kalotypie schnell durch das viel empfindlichere Kollodiumnegativ
verdrängt (1851 noch 5...20 s, später 1...10 s). Beschrieb:
Schreibpapier wird mittels Silbernitrat und Kochsalz lichtempfindlich
gemacht. Merkmale: Schichtlos, meist stark vergilbt, sodass retuschierte
Stellen sich dunkel abheben. Im Gegensatz zur Kalotypie ist die
Bildstruktur viel feiner. Referenzen: Gernsheim, Geschichte der
Photographie, 1983, S. 160 ff. Museum Folkwang, Verfahren der Fotografie,
1989, S. 58 u. 83. Rundbrief Fotografie, Heft 19, S. 37.
Florenz, Campanile del Giotto, Duomo Santa Maria del Fiore, ca. 1955, Salzpapierabzug ab einem Kollodiumnegativ SCHABEKUNST (1642-1900) Andere Bezeichnungen: Mezzotinto, manière noire (f), mezzotint (e) Verfahren: Tiefdruck Geschichte: Seit 1642 bekannt. Als Stichverfahren zur Halbtondarstellung. Beschrieb: Die Platte wird zuerst mit einemm Granierstahl gekörnt. Anschliessend wird das Bild durch Glätten mit einem Polierstahl erzeugt (echte Halbtöne). Merkmale: Tiefdruckmerkmale: Erhöhtes Farbbild und Druckrand. Typisch ist das Mezzotintokorn in Form von Kreuzchen. Referenzen: Van der Linden, Handbuch der grafischen Techniken, 2. Aufl., 1986, S. 120 ff.
Johann Caspar Lavater, Physiognomische Fragmente, SIEBDRUCK (1950-heute) Andere Bezeichnungen: Sérigraphie (f), (silk)screen printing (e) Verfahren: Durchdruck Geschichte: Bereits 1907 durch Samuel Simon patentiert, fand aber erst nach dem 2. Weltkrieg Beachtung für Plakatdruck und künstlerische Graphik. Beschrieb: Die Druckfarbe wird durch ein partiell undurchlässig gemachtes Sieb auf das Papier gestrichen. Merkmale: Grosse stark gefärbte Flächen. Die Gewebestruktur ist meist noch gut erkennbar, speziell an den Begrenzungen. Farbe dringt oft bis auf die Rückseite des Papiers. Referenzen: Van der Linden, Handbuch der grafischen Techniken, 2. Aufl., 1986, S. 210 ff.
Siebdruck, ca. 1960, Ausschnitt im Original 30 x 21 cm STAHLSTICH (1820-1880)
Andere Bezeichnungen: Siedrographie, gravure sur acier (f)
, steel engraving (e) Verfahren: Tiefdruck Geschichte: 1820
durch Heath erfunden. Wichtiges Illustrationsverfahren für
wertvollere Bücher bis etwa 1880. Beschrieb: Linien werden
in eine weichgeglühte Eisenplatte gestochen, welche anschliessen
gehärtet wird. Dadurch sind viel höhere Auflagen und viel
feinere Linien als beim Kupferstich möglich. Merkmale: Tiefdruckmerkmale:
Erhöhtes Farbbild und Druckrand. Viel feinere und engere Linien
als beim Kupferstich. Referenzen: Van der Linden, Handbuch der
grafischen Techniken, 2. Aufl., 1986, S. 115-116.
Stahlstich, ca. 1850, Ausschnitt im Original 7,5 x 5 cm
Johann Heinrich Locher, La Cathedrale à
Fribourg, Stahlstichplatte, STEINABKLATSCH (350-heute) Andere Bezeichnungen: Steinabreibung Verfahren: Weder Hoch-, Tief- noch Flachdruck Geschichte: Seit dem 4. Jahrhundert in China angewendet. Beschrieb: Feuchtes Papier wird auf den Stein aufgebracht und mit Bürsten in die Vertiefungen eingearbeitet. Dann wird mit einem Druckerballen die Farbe aufgetupft, wobei alle Vertiefungen weiss bleiben. Merkmale: Vertiefte weisse Schrift bzw. Illustration im Farbbild (meist schwarz, manchmal rot). Referenzen: Fischer, Chinesische Steinabklatsche, 1944. Pommeranz-Liedtke, Die Weisheit der Kunst, 1963. Herstellung von Steinabklatschen im Stelenwald von Xi'an, China, 2004 STRICHÄTZUNG
(1880-1970) Andere Bezeichnungen: Sammelbegriff für chem.
Hochdruckverfahren als Holzstich-Ersatz Verfahren: Hochdruck
Geschichte: Ab etwa 1880 bekam der Holzstich zunehmend Konkurrenz
durch chemische Hochdruckverfahren. Beschrieb: Umdruck oder photographische
Übertragung einer Stichvorlage auf eine Hochdruckplatte (meist
als Zink, 1,6...2,0 mm dick). Merkmale: Hochdruckmerkmale: Quetschrand
und Schattierung. Im Gegensatz zum Holzstich sind Kreuzungspunkte
nicht unterbrochen. Referenzen: Krüger, Die Illustrationsverfahren,
1914, S. 47-74.
Strichätzung, ca. 1910, Ausschnitt im Original 7,5 x 5 cm TALBOTYPIE >>> Kalotypie TEXTILPAPIER (1931-1950) Andere Bezeichnungen: Gelatine-Silber-Print (allg.) Verfahren: Entwicklungspapier für Vergrösserungen Geschichte: Anfangs der 30er Jahre durch Gevaert (Belgien) unter der Bezeichnung «Gevalux» auf den Markt gebracht und in Deutschland durch Voigtländer vertrieben. Beschrieb: Bromsilberpapier mit senkrecht auf der Papieroberfläche stehenden Härchen, die mit Emulsion umgeben sind. Merkmale: Problemlos erkennbar an der «samtigen» Oberfläche. Referenzen: Hansch, Frühe Photogarphien, 1985, S. 85-86.
Gabriel Gillet, Marrakech, Textilpapier, ca.
1930;
Ausschnitt 7,5 x 5 cm
Vergrösserung: feine, senkrecht auf der
Papieroberfläche stehende TONDRUCK (1895-1985) Andere Bezeichnungen: Irisdruck Verfahren: Kombinationsdruckverfahren Geschichte: Um Holzstichen oder Autotypien ein «edleres» Aussehen zu geben wurden Hochdruckverfahren mit Tonplatten im Flachdruck kominiert (auch partielle Anwendung z.B. bei Aktabbildungen). Beschrieb: Einfarbige Tonplatte (meist Lithographie) wird mit schwarzer Illustration (Holzschnitt oder Autotypie) überdruckt. Merkmale: Entsprechend den verwendeten Druckverfahren. Referenzen: Heidtmann, Wie das Photo ins Buch kam, 1984, S. 638-639.
Bachantinnen, Tondruck, 1904 VERGRÖSSERUNGSPAPIER >>> Bromsilberpapier WOODBURYTYPIE
(1865-1900) Andere Bezeichnungen: Photoglyptie (f), woodburytype
(e) Verfahren: Tiefdruck Geschichte: 1864 durch Walter Bentley
Woodbury erfunden. Beschrieb: Abformung des Gelatine-Auswaschreliefs
eines Pigmentdrucks in einer Bleiplatte. Der Druck erfolgt dann
mit der Bleiplatte als Tiefdruckform und pigmentierter Gelatine
als Farbe. Merkmale: Lichter weniger glänzend als Schatten.
Schatten reliefartig erhöht und oft lederartig geschrumpft.
Kaum vom Pigmentdruck zu unterscheiden. Referenzen: Museum Folkwang,
Verfahren der Fotografie, 1989, S. 75. Heidtmann, Wie das Photo
ins Buch kam, 1984, S. 568 ff.
Nadar, George Sand, Woodburytypie; die wohl schönsten Woodburytypien sind die 1876-1880 in den «Galeries Contemporaines» erschienenen Porträts berühmter Persönlichkeiten
Reproduktion eines Wandtepichs, Woodburytypie, ca. 1880, Ausschnitt im Original 7,5 x 5 cm; Woodburrytypien können beliebige Farben haben |
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