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Nadar (1820-1910) experimentierte als einer der ersten mit der Photographie bei elektrischem Licht. Seine Abenteuer in den Pariser Katakomben beschreibt er ausführlich in seinen Memoiren «Als ich Photograph war»: «Viermal im Jahr kann man in Paris um punkt zwölf Uhr mittag einem recht ungewöhnlichen Treffen beiwohnen, das, oft mehrere Monate im voraus von vier- bis fünfhundert Leuten, die sich untereinander nicht kennen, verabredet wurde. [...] Diese Leute gehen die Katakomben besuchen. Die diversen Amtsbehörden, bei denen sie in respektvollen Worten um diese "Gunst" angesucht haben, die von Gesetzes wegen jedem zusteht und niemandem verweigert wird, nehmen den Anlass der vier vorschriftsmässigen jährlichen Besichtigungen war, um sich der Bittsteller zu entledigen. [...] Angefangen von den römischen Cäsaren und den normannischen Eroberern bis zu den letzten Bürgern und Bauern, deren Reste 1861 vom Friedhof Vaugirard hierhergeschafft wurden, ruht hier alles, was je in Paris lebte und starb, das gemeine Volk und die Grossen, denen es zujubelte, Heilige und Verbrecher, die auf der Place de Grève hingerichtet wurden. [...] Diese durcheinandergeworfenen Skelette sind selbst so zerstückelt und zerstreut, dass sie sich am Tag des Jüngsten Gerichts wohl nie und nimmer zusammenfinden werden. Rippen Wirbel, Brustbeine, Handwurzeln, Fussknöchel, Schlüsselbeine, Finger und Zehen, das ganze kleine Knochenzeug, wird von besonderen Handlangern, die jeweils auf ein Jahr diesem Dienst zugeteilt sind, zusammengeschaufelt und in mehr oder weniger würfelförmigen Stössen – bourrages, wie man sie hier nennt – unter den Krypten aufgestapelt und nach vorn zu, von einer Wand aus möglichst gut erhaltenen Schädeln abgestützt. Der Schönheitssinn der Arbeiter weiss die Schädelreihen und die gekreuzten Totengebeine zu verschiedenartigen symmetrischen Mustern zusammenzufügen. [...] Ich will meine Linse dazu bringen, dass sie ohne Tageslicht "wiedergibt", was sie hier "sieht". Es ist der erste Versuch, unterirdisch bei künstlichem Licht zu photographieren, wie es sich schon in unserem Atelier bei Porträtaufnahmen aufs beste bewährt hat.» Nadars ehemaliges Atelier am Boulevard des Capucines 35, hier unternahm Nadar erste Versuche mit elektrischem Licht (Photo 2008)
L'entrée principale, ancienne barrière
d'Enfer.
... und so 2008 (Place Denfert-Rochereau) Nadars Kunstlichtaufnahmen 1865 Nadars Aufnahmen mit elektrischem Licht wurden in Form von Holzstichen in zwei Teilen in «Le Monde illustré» veröffentlicht (No. 445 und 446 vom 21. und 28. Oktober 1865).
L'Ossuaire
Une visite dans les galeries de l'Ossuaire
La porte d'entrée de l'Ossuaire
Tombeau de Françoise Gellin
La source Die Katakomben 2008
Wieder am Tageslicht: der Ausgang an der Rue Rémy Dumoncel 36, etwa 500 Meter vom Eingang an der Place Denfert-Rochereau entfernt |
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