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Ausstellung in Winterthur, 2011  

«So viele Bücher!» 
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«So viele Bücher! Haben Sie die alle gelesen?»


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Jeder, der mehr als ein paar Bücher besitzt, ist der Heimtücke dieser Frage ausgesetzt. Umberto Eco empfiehlt drei Standardantworten. [1]

Die erste blockiert den Besucher und bricht jede weitere Beziehung ab, nämlich: «Gar keins habe ich davon gelesen, wozu würde ich sie sonst hierbehalten?» Allerdings entschädigt sie den Zudringlichen dadurch, dass sie sein Überlegenheitsgefühl hervorkitzelt, und ich sehe nicht ein, wieso man ihm diesen Gefallen tun sollte.

Die zweite Antwort stürzt den Impertinenten in einen Zustand tiefster Unterlegenheit, denn sie lautet: «Nicht bloss die, mein Herr, nicht bloss die!»

Die dritte ist eine Variation der zweiten, und ich benutze sie dann, wenn ich will, dass der Besucher in eine Schreckensstarre verfällt: «Nein», sage ich, «das sind die, die ich bis Ende nächster Woche lesen muss, die anderen habe ich in der Uni.»

Soweit Umberto Eco.

Im Falle einer Photobibliothek ist noch eine vierte Antwort empfehlenswert: «Ach, wissen sie, Photobücher haben ja nur Bilder. Am schnellsten geht das Abblättern mit dem Daumen von hinten nach vorne.»

[1] Umberto Eco, Die Kunst des Bücherliebens, 2009, S. 46.


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