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Film: Gedrucktes 1895-1930


[1930]  ab 1931

 


30. Juli 1895: 5 Monate vor der Geburt des Kinos

REVUE GÉNÉRALE DES SCIENCES PURES ET APPLIQUÉES. – 6e Année, No 14, 30 Juillet 1895. – 4°. S. LI-VIII, S.609-648, 1 Bl. Tafel. Br.

S. 633-636: A[ndré] Gay, Le Cinématographe de MM. Auguste et Louis Lumière. - Als Geburtsstunde des Kinos gilt die erste öffentliche Vorführung vom 28. Dezember 1895 im Salon Indien des Grand Café in Paris. Zuvor fanden einige Privatvorführungen statt, unter anderen diejenige vom 11. Juli 1895 in den Räumlichkeiten der Revue générale des Science. Darüber berichtete André Gay in der vorliegenden Ausgabe. Dies ist wahrscheinlich die erste Veröffentlichung eines Filmstreifens: auf 55 Bildern erkennt man das Prinzip des Kinos anhand der Vorbeifahrt einer Strassenbahn. - Der gleiche Artikel wurde nochmals im Oktober 1895 im Bulletin du Photo-Club de Paris veröffentlicht, allerdings ohne die Tafel mit dem Filmstreifen [1].

Ref.: [1] www.institut-lumiere.org. Nicht bei Hecht.

Photobibliothek.ch 12649

Ausschnitt


30. Mai 1896: Frühe Vorstellung des Cinématographen der Gebüder Lumière

L'ILLUSTRATION. – No 2779, 54e Année, 30 Mai 1896. – 2°. S. 441-456. Br. im Interimsumschlag.

S. 446/447: Le Cinématographe. Auf der Leinwand «L'Arroseur arrosé» der Frères Lumière.

Photobibliothek.ch 12718


1897: Frühe Veröffentlichung zur Kinematographie

Der Kinematograph oder die lebende Photographie. Separatdruck aus dem ersten Jahrgang der «Herbstblüten», Jahrbuch des Pensions-Untersützungs-Vereins der Mitglieder der k. k. Hof- und Staatsdruckerei und der kais. Wiener Zeitung. / Ottomar VOLKMER. – Wien: k. k. Hof- und Staatsdruckerei 1897. – 8°. 27 S. mit 11 Abb. Krt.

Als erste Veröffentlichung über den 1895 zum Patent angemeldeten Kinematographen der Gebrüder Lumière gilt deren Handelskatalog «Notice sur le Cinématographe» von 1897. Der vorliegende Bericht erschien also praktisch gleichzeitig mit der Erstveröffentlichung. - «In der Wintersaison 1895/1896 waren sowohl für den Fachmann wie auch für den Laien auf dem Gebiete der Lichtbildkunst zwei Themas von allgemein hohem Interesse Gegenstand der Discussion und des Vortrags, nämlich die Entdeckung der Lichtätherschwingungen unsichtbarer Art von Professor W. Röntgen in Würzburg, welche er mit "X-Strahlen" bezeichnet, und die Vorführung der sogenannten "lebenden Photographie" mittels des Kinematographen der Gebrüder Lumière.» Nach einem geschichtlichen Überblick von Muybridge über Marey zu Edison folgt eine detaillierte Beschreibung des Kinematographen. Ebenso, wie in der genannten Erstveröffentlichung, werden die ersten Filme der Gebrüder Lumière inhaltlich genau beschrieben: 1. Fabriksthor. 2. Frühstücksscene. 3. Scheerenschleifer. 4. Faschingszug. 5. Verpatzte Kartenpartie. 6. Meeresstrand. 7. Eisenbahnstation. 8. Umsturz einer Mauer. 9. Dampfer. «Neuntes Bild. Ein Dampfer mit Passagieren landet. Die Passagiere betreten die Ausbarquierungsbrücke, darunter sind viele Amateure mit dem Kodak in der Hand oder unter dem Arm zu bemerken; der letzte der Passagiere mit solchem Apparat in der Hand grüsst direct in den Zuschauerraum, natürlich zur grössten Heiterkeit des Publicums.»

Ref.: Bücher, die die Welt verändern 383 (Notice sur le Cinématographe, 1897). – Zustand: Durchgehender Einriss oben, ca. 1 cm

Photobibliothek.ch 11403


1898: Erste Ideen zum «elektrischen Fernsehen»

Die Phototelegraphie und das Elektrische Fernsehen. Mit einer Figurentafel. / Von Benedict SCHÖFFLER. – Wien und Leipzig: Wilhelm Braumüller 1898. – Gr.8°. 1 Bl. Frontispiz, 27 S., 1 Bl. Falttafel. Br.

Im Kapitel «Phototelegraphie» beschreibt Schöffler eine Art Fax-Gerät, wobei sowohl der Depeschengeber (Scanner) wie der Depeschenbringer (Printer) aus je zwei Rädern mit einem Durchmesser von etwa 3 m besteht. Zwei Beamte füttern den Depeschengeber mit Phototelegrammen (eines ist als Frontispiz abgebildet) und ebenfalls zwei Beamten entnehmen dem Depeschenbringer die auf Photopapier gedruckten Phototelegramme. - Im Kapitel «Elektrisches Fernsehen» ersetzt Schöffler die Photopapiere durch eine Milchglasscheibe und lässt die gleiche Maschine viel schneller drehen, so dass 7 Bilder pro Sekunde dargestellt werden können. Selbst Fernsehstudio und Empfangsraum werden detailliert beschrieben. Allerdings berechnet Schöffler, dass die Umfangsgschwindigkeit eines Rades «der grössten bisher erreichten Geschwindigkeit eines aus einer Kanone geschossenen Geschosses nahezu gleichkommt».

Provenienz: Jeschke, Greve & Auvermann, Auktion 42, Lot 585.

Photobibliothek.ch 12535

      Fig. 1 = Depeschengeber (Scanner)
      Fig. 2 = Depeschenbringer (Printer)
      Fig. 8 = Fernsehstudio (M) mit Camera obscura (C)
      Fig. 9 = Empfangsraum (M') mit Bildschirm (m1)
      Sowohl im Fernsehstudio wie im Empfangsraum
      drehen Lochscheiben (R), die durch den Arbeiter (A)
      synchronisiert werden

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1907: Tiere und Menschen in Bewegung

Animals in Motion. An Electro-Photographic Investigation of Consecutive Phases of Muscular Actions. / Eadweard MUYBRIDGE. – 3. Aufl. – London: Chapman & Hall 1907. – Gr.8°quer. x, 264 S. mit Abb. Ln. mit Gold- und Blindprägung.

Ref.: R&S 7239. Hecht 458H.

Photobibliothek.ch 10193

Virtuelle Ausstellung «Photographierte Bewegungsabläufe»

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The Human Figure in Motion. An Electro-Photographic Investigation of Concecutive Phases of Muscular Actions. / Eadweard MUYBRIDGE. – 7. Aufl. – London: Chapman & Hall 1931. – Gr.8°quer. 277 S. mit Abb. Ln. mit Gold- und Blindprägung.

Ref.: R&S 7240. Hecht 455D.

Photobibliothek.ch 3045


1913: Legendäres Buch aus der Frühzeit des Films

Das KINOBUCH. / Kinodramen von Bermann, Hasenclever, Langer, Lasker-Schüler, Keller, Asenijeff, Brod, Pinthus, Jolovicz, Ehrenstein, Pick, Rubiner, Zech, Höllriegel, Lautensack. Einleitung von Kurt Pinthus und ein Brief von Franz Blei. – [Erstausgabe.] – Leipzig: Kurt Wolff Verlag 1913/14. – 8°. [4], 162 S. Pbd.

Klappentext Reprint 1963: «Dieses Legendäre Buch aus der Frühzeit des Films, dessen Erstausgabe praktisch verschollen ist und auf Auktionen Fantasiepreise erreicht, [...] stellt eines der ältesten Dokumente über die Begegnung von Literatur und Film dar.»

Ref.: Hätte ich das Kino 85 (S. 91-105).

Photobibliothek.ch 2731


1913: Vor dem Kino wird gewarnt!

Die Bekämpfung des Kinematographenunwesens. Separat-Abdruck aus dem Schweizerischen Jahrbuch für Jugendfürsorge über das Jahr 1912. / A. WILD. – Zürich: Zürcher & Furrer 1913. – Gr.8°. S. 61-112. Br.

A. Wild, Pfarrer aus Mönchaltorf, lässt eine Breitseite auf das noch junge Kino los, «durch das so manches junge, leicht erregbare Blut Schaden an seiner Seele nimmt». Umfangreiche Sammlung an Gerichtsurteilen, politischen Vorstössen und gesetzlichen Bestimmungen im In- und Ausland. Daneben auch statistisches Material zur Kinobranche ums Jahr 1912: «Die Zahl der ständigen Kinos in der Schweiz dürfte schätzungsweise etwa 100 betragen.»

Photobibliothek.ch 2967


1815: Schäkernder Herr

[DAUMENKINO.] / Enid Starkie, Lady's Child, Osbert Sitwell, Discursions [hs. Notiz]. – [London,] 56, Strand: Biofix o.J. [ca. 1915] – 16°. 51 Bl. Gelatine-Kontaktkopien ab einem Filmstreifen. Eisenklammer mit Kartonumschlag.

Ein älterer Herr schäkert mit einer jüngeren und einer älteren Dame.

Ref.: Biofix-Vorführung in: Nekes, Wundertrommel (Video). – Zustand: Umschlag und einige Bilder mit Fehlstellen

Photobibliothek.ch 1859


1919: Früher Film von Lubitsch

Madame Dubary. / Ein Filmwerk in 7 Akten von Fred Orbing und Hanns Kräly. Regie Ernst LUBITSCH. Titelrolle Pola Negri. Künstlerische Ausstattung Kurt Richter. Photographie Theodor Sparkuhl. Techn. Leitung Kurt Waschneck. – Berlin: Universum-Film-Verleih G.m.b.H. 0.J. [1919]. – 4°. 20 S. mit Abb. Br.

Ref.: Nicht bei TL.

Photobibliothek.ch 10081


1920: «Immer siegt Polizei - nie der Verbrecher»

Hätte ich das Kino!! / Carlo MIERENDORF. – Berlin: Reiss 1920. – Kl.8°. 56, [4] S. Krt. – (Tribüne der Kunst und Zeit ; 15)

Frühe Filmkritik: «Deutlich ist heute, wie das Kino verrottet.» (S.17). «Biederkeit glotzt uns an.» (S. 19). «Immer siegt Polizei - nie der Verbrecher.» (S. 21). «Die Dramaturgie des Kinos ward noch nicht geschrieben. Ein Brachfeld der Möglichkeiten.» (S. 34). «Wo Schosshündchen die Damen an der Leine führen, Sänger in Käfige gesperrt hüpfen, Tramways sich heiraten, Fische die Fischer angeln, Federhalter ihre Herren erstechen.» (S. 40). «Hätte ich das Kino!» (S. 56).

Ref.: TL 135. Kaldewey 15/312. Hätte ich das Kino! 359.

Photobibliothek.ch 3337


1921: Eine der frühesten theoretischen Schriften über den Film

Der Film. Seine Mittel, seine Ziele. / Urban GAD. Übers. aus dem Dänischen. – 1.-2. Tsd. – Berlin: Schuster & Loeffler o.J. [1921]. – Gr.8°. 283, [5] S., 32 S. mit 81 Abb. Hln.

Eine der frühesten theoretischen Schriften über den Film. Urban Gad war Regisseur und Gatte von Asta Nielsen. Der Bildteil enthält fast ausschliesslich Atelier-Photos aus den Anfängen des Kinos.

Ref.: TL 234. Hätte ich das Kino! 349. Kaldewey 15/269.

Photobibliothek.ch 2206


1921: Dramatische Stummfilm-Standbilder

Des Apachen Glanz und Elend. Drama eines Abenteuers in 6 Akten. / Mit Jean von KUCHARSKI als Verfasser, Regisseur u. Hauptdarsteller. – o.O. Gedaniafilm 1921. – 4°quer. [43] Bl. mit 43 Gelatine-Silber-Prints 22 x 28 cm. Ln. mit Golddruck.

Album mit sehr «dramatischen» Stummfilm-Standbildern. Produktion: Gedaniafilm-Zoppot. Darsteller: Jean von Kucharski, Maria Zelenka u.a. - Gemäss Deutschem Film Institut: Produktion durch Danziger Film-Zentrale 1923.

Photobibliothek.ch 1227

 


1924: Frühe Filmtheorie I

Der sichtbare Mensch oder Die Kultur des Films. / Béla BALAZS. – Wien, Leipzig: Deutsch-Österr. Vlg. 1924. – 8°. 167 S. Hln. ill.

Ref.: TL 10.

Photobibliothek.ch 3920


1926: Erste Sittengeschichte

Sittengeschichte des Kinos. / Curt MORECK. – Dresden: Paul Aretz 1926. – 4°. 283 S. Text, über hundert ungez. S. Tdr.-Tfln. Hldr.

Ref.: TL 137.

Photobibliothek.ch 10179


1927: Erster Tonfilm der Filmgeschichte

The Jazz Singer. A Story of Pathos and Laughter. / Novelized by Arline de HAAS. From the play by Samson Raphaelson. Illustrated with scenes from the photoplay. A Warner Bros. Production, directed by Alan Crosland. Starring Al Jolson. – New York: Grosset & Dunlap 1927. – 8°. 248, [2] S., [8] Bl. Tafeln. Ln.

Das Theaterstück «The Jazz Singer» von Samson Raphaelson erschien 1925 bei Brentano's in New York. Es schildert den Aufstieg eines armen jüdischen Sängers zum Broadway-Star, gegen den Widerstand der Eltern, die seine Zukunft lieber als Sänger in der Synagoge gesehen hätten. Dieses Theaterstück bildete die Grundlage für den ersten Tonfilm der Filmgeschichte (Produktion Warner Brothers, Regie Alan Crosland). Obwohl über weite Strecken noch Zwischentitel eingesetzt wurden, um den Gang der Handlung zu erklären, bedeuteten die wenigen Dialogpassagen und die Gesangsdarbietungen des Varieté-Sängers Al Jolson (1886-1950) eine Sensation für das Publikum und eine Revolution für die Filmtechnik und Filmästhetik. Das vorliegende Buch ist die Erstausgabe der von Arline de Haas besorgten Romanausgabe, die erstmalig 8 Standbildaufnahmen des Films zeigte.

Provenienz: Bouquiniste, Paris, 2003.

Photobibliothek.ch 12058


1927: Revolutionäre Filmkunst

Russische Filmkunst. / Vorwort von Alfred KERR. – Berlin: Ernst Pollak 1927. – 8°. 28 S. Text, 144 S. Tdr.-Tfln. Ln. ill.

Standbilder aus «Streik», «Panzerkreuzer Potemkin», «Iwan der Schreckliche» von Sergei Eisenstein u.v.a.

Ref.: Nicht bei HBK. Nicht bei TL. Kaldewey, Kat. 15, Titel 337

Photobibliothek.ch 9827


1928: Stummfilmtitel

STUMMFILMTITEL. 9 Gelatine-Silber-Prints, 9,0 x 12,0 cm, auf 5 Kartons 29,8 x 21,8 cm in Mappe, stark retouchiert, o.J. [ca. 1928].

Originalphotos von Zwischentiteln verschiedener Stummfilme:
1) «Schinderhannes», Prometheus-Film, 1927/1928. 2) «Das Erwachen des Weibes», Fred Sauer, 1927. 3) «Moral», Willi Wolff, 1928. 4) «Die Intrigen der Madame de la Pommeraye», Fritz Wendhausen, 1922.

Ref.: Buchers Enzyklopädie des Films, 1977. Hätte ich das Kino! 189.

Photobibliothek.ch 307

 


1928: Chaplin zurück in Europa

Hallo Europa! / Charlie CHAPLIN. Herausgegeben, übersetzt und bearbeitet von Charlotte und Heinz Pol. – Leipzig: Paul List 1928. – 8°. Frontispiz, 247, [1] S., 14 S. Tfln. Krt. SU.

Bemerkenswerter Schutzumschlag mit Photomontage von Wenzel.

Ref.: Tillmann 246 (Abb. 65).

Photobibliothek.ch 1884


1928: Programmheft zu «Metropolis»

La PETIT ILLUSTRATION. Fritz Lang: Metropolis. – N° 372, 3 mars 1928. – 4°. 12 S. mit Abb. Br.

Photobibliothek.ch 4395


1928: Tagebuch eines Filmoperateurs

«Kurbeln!» Aus den Tagebuchaufzeichnungen des Filmoperateurs Serafin Gubbio. Roman. / Luigi PIRANDELLO. Deutsche Übertragung von Hans Feist unter Mitarbeit von W. E. Süskind. [Schutzumschlag von Walter Cyliax.] – [Deutsche Erstausgabe.] – Zürich: Orell Füssli 1928. – 8°. 239, [1] S. Krt. SU. – (Deutsche Gesamtausgabe der Romane von Luigi Pirandello ; 02)

Der Gestalter des Schutzumschlages ist nicht angegeben. Es ist Walter Cyliax (1899-1945). Dies geht unmissverständlich aus dem äusserst seltenen Zürcher Katalog der Ausstellung «Film und Foto» von 1929 hervor, wo dieser Schutzumschlag als Abbildung zum Kapitel «Das Filmstudio» eingeklebt ist (identische Druckplatten).

Ref.: TL 3089. Kaldewey 15/327. Kesting, Die Diktatur der Photographie, 1980. Wiedler #481.

Photobibliothek.ch 13291

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Abbildung im Zürcher Katalog «Film und Foto» von 1929


1929: Geburtsanzeige des drahtlosen Fernsehens

Extrablatt. FERNSEHEN in Berlin geglückt! Gestern die ersten erfolgreichen Versuche. - Wie das Programm aussehen wird. Zweifarbiger Hochdruck, Blattgrösse ca. 40 x 32 cm, Brandspuren und Fehlstellen rechts oben und unten, wahrscheinlich kein Textverlust, nicht datiert [9. März 1929].

Bereits 1884 erfand der Berliner Student Paul Nipkow die später nach ihm benannte Bildlochscheibe. 1928 präsentierte der Ungar Denes von Mihaly seinen Volksempfänger «Telehor», welcher mit einer solchen Nipkow-Scheibe arbeitete (Bildgrösse 4 x 4 cm, 30 Zeilen, 12,5 Bilder/Sekunde, noch ohne Ton). Am 8. März 1929 von 23.10 bis 00.30 Uhr führte dann die Deutsche Reichspost über den Berliner Rundfunksender Witzleben die ersten Versuche mit der drahtlosen Übertragung von Fernsehbildern auf 468 m Wellenlänge mit 1,5 kW Sendeleistung durch. Zur Orientierung der Bevölkerung wurde anderntags das vorliegende Extrablatt verteilt. Dieses seltene Dokument ist also nichts weniger als die Geburtsanzeige des drahtlosen Fernsehens: «Manchem Rundfunkteilnehmer wird es aufgefallen sein, dass gestern im Lautsprecher ausserhalb der offiziellen Sendezeiten ein lärmendes Knattern, das in der Tonlage schwankte und einem Wechselstromgeräusch glich, zu hören war. Diese geheimnisvollen Zeichen bedeuten die ersten praktischen Versuche des Fernsehens nach dem System Mihaly, die die Reichspost in aller Stille vorgenommen hat. [...] Die beweglichen Bilder sind an den verschiedensten Stellen der Stadt empfangen worden, und durchwegs sind sie einwandfrei, klar und unverzerrt zum Vorschein gekommen. [...] Verschiedene Amateure haben bereits ihre Beobachtungen an provisorischen Geräten mitgeteilt.» Die «Amateure» mussten sich jedoch noch lange gedulden: Erst 6 Jahre später, am 22. März 1935, eröffnete die Reichs-Rundfunkanstalt den ersten öffentlichen Fernsehprogrammdienst der Welt!

Ref.: Andriopoulos (Hrsg.), 1929, Beiträge zur Archäologie der Medien, 2002, S. 54-79. – Provenienz: J, G & H 28.3523.

Photobibliothek.ch 12056

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1929: «Aufregendes Bilderbuch» als Schwanengesang auf die Stummfilm-Ära

FILM-PHOTOS WIE NOCH NIE. / Herausgeber: Edmund Bucher und Albrecht Kindt. Mit Originalartikeln unter anderen von:  Asta Nielsen, Lilian Gish, Greta Garbo, Charlie Chaplin, Emil Jannings, W. Pudowkin, Buster Keaton, Conrad Veidt, Douglas Fairbanks. – [Gebundene Erstausgabe.] – Giessen: Kindt & Bucher 1929. – 4°. 255 S. mit Tdr.-Abb. Pbd. SU.

Der Buchtitel hält was er verspricht: Neben Artikeln namhafter Stummfilm-Grössen versammelt der Band unzählige Filmphotos. Neben eigentlichen Standphotos werden auch ganze Filmsequenzen, aufgelöst in Einzelphotos gezeigt. Das Buch von 1929 ist ein beispielloser Schwanengesang auf die zu Ende gehende Stummfilm-Ära: Von «Dr. Caligari» über «The Kid» bis zu «Potemkin» wird in diesem «aufregenden Bilderbuch» (Schlagzeile auf dem Schutzumschlag) alles gefeiert, was den Erfolg des Stummfilms ausmachte. - Die Erstausgabe erschien als «gebundene Ausgabe» (Pappband mit Schutzumschlag) für RM 6.50 und als «kartonierte Ausgabe» für RM 4.80. Die vorliegende gebundene Ausgabe ist sehr viel seltener als die kartonierte, erst recht mit dem Schutzumschlag!

Ref.: Sibylle Kaldewey, Kat. 15, Einband-Illustration und Titel 262. Bolliger 4.662. HBK 09614. TL 572. – Zustand: SU-Reparaturen von unterschiedlicher Hand

Photobibliothek.ch 11907


1929: Dekoratives Lehrbuch

Kurble! Ein Lehrbuch des Films. / Andor KRASZNA-KRAUSZ. Bearbeitet von Curt Emmermann, Guido Seeber, Konrad Wolter. – Halle (Saale): Knapp 1929. – Gr.8°. [8], 192, [16] S. mit Ill., 12 S. Tafeln mit «Typenschau». Hln. ill.

Mit «Daumenkino» auf den ungeraden Seiten rechts unten: Ein Mann stellt seine Kamera auf, filmt und verschwindet in der Ferne. Dekorativer Einband im Stil der 20er Jahre.

Ref.: HBK2 08879.

Photobibliothek.ch 1837


1929: Programmatische Schrift über das Kino

Filmgegner von heute - Filmfreunde von morgen. / Hans RICHTER. – Berlin: Herrmann Reckendorf 1929. – 4°. 125, [2] S. mit Abb. Ln. SU.

Ref.: TL 535. TL 687. – Zustand: Kleine Fehlstelle am SU

Photobibliothek.ch 10426


1930: Frühe Filmtheorie II

Der Geist des Films. / Béla BALAZS. – Halle (Saale): Knapp 1930. – 8°. VIII, 217 S. Krt.

Ref.: TL 9. – Zustand: Stempel «Besprechungsexemplar» auf Einband

Photobibliothek.ch 3921


[1930]  ab 1931